Maul- und Klauenseuche : Exportverbot für britisches Fleisch

Die EU hat ganz Großbritannien als Risikogebiet eingestuft und Frischfleischexporte bis auf weiteres verboten. Währenddessen wurde in Deutschland für die ersten Höfe Entwarnung gegeben, die in den letzten Tagen unter Beobachtung standen.

BerlinNach dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche betrachtet die EU ganz Großbritannien mit Ausnahme Nordirlands als "Gebiet von hohem Risiko". Die britischen Exporte von Frischfleisch und Milch werden von heute an offiziell bis auf weiteres verboten, sagte ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel. Dies bezieht sich auf das Fleisch von allen Wiederkäuern und von Schweinen sowie auf die Ausfuhr von lebenden Tieren. Die Regierung in London habe selbst darum gebeten, nicht nur die Region rund um den Ausbruch der Tierseuche als "Hochrisikogebiet" zu betrachten, sondern die gesamte Insel. Offiziell soll die Entscheidung am Nachmittag beschlossen werden.

Vorerst Entwarnungen für deutsche Höfe

Das Bundesagrarministerium sieht derzeit keine Gefahr für einen Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS) in Deutschland. "Es sind alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen", sagte der Parlamentarische Agrarstaatssekretär Gerd Müller (CSU). Tiertransporte aus Großbritannien seien auf 38 Schafe, ein Rind und ein Pferd beschränkt gewesen. Mehrere Bundesländer gaben bereits Entwarnung. Die "Task Force Tierseuchen" von Bund und Ländern tagte am Vormittag in einer Telefonkonferenz.

Für ein Rind in Schleswig-Holstein und mehrere Schafe in Rheinland-Pfalz gebe es Entwarnung, sagte ein Sprecher des Bundesagrarministeriums. Weitere Betriebe in Bayern, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen stünden noch unter Beobachtung. Hessen und Niedersachsen meldeten, es gebe keine Hinweise auf eine Seuche.

Vorsicht ist sinnvoll, aktue Gefahr besteht aber nicht

Die Tierseuchenexperten von Bund und Ländern hielten die Vorsichtsmaßnahmen für sinnvoll und machten eine Stabilisierung der Lage in Großbritannien aus. Die Hoffnung sei, dass die Seuche lokal begrenzt ist. Bei Milch, Milchprodukten und Fleisch gebe es auch bei einer Einschleppung keine Gefahr für Verbraucher. Der Bauernverband rief die Betriebe zu Wachsamkeit auf, zugekaufte Tiere auf Fieber, Blasen an Maul, Klauen und am Euter sowie geringere Fresslust hin zu untersuchen.

Die Maul- und Klauenseuche war möglicherweise durch einen Virus aus einem Labor ausgebrochen. Das Bundesagrarministerium geht nicht davon aus, dass sich dies in Deutschland wiederholen könnte.(mit dpa)

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