Politik : Maul- und Klauenseuche: Höhn stellt Impfantrag

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Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) hat vor den wirtschaftlichen Folgen einer von Nordrhein-Westfalen beantragten vorbeugenden Schutzimpfungen gegen die Maul- und Klauenseuche (MKS) gewarnt. Damit könne die gesamte Bundesrepublik Handelsbeschränkungen unterworfen werden, sagte ein Sprecher Künasts am Freitag.

Zum Schutz vor der in den Niederlanden grassierenden Seuche hatte NRW als erstes Bundesland einen Antrag auf vorbeugende Massenimpfungen gestellt. Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn (Grüne) will etwa 1,1 Millionen Schweine und Rinder entlang eines 25 Kilometer breiten Streifens an der Grenze impfen lassen. Künast hat den Impf-Antrag an den zuständigen EU-Kommissar David Byrne weitergeleitet. Der Ständige Veterinärausschuss der Europäischen Union will voraussichtlich am kommenden Mittwoch über die Anfrage beraten.

Nach Angaben des Düsseldorfer Ministeriums sollen rund 800 000 Schweine und 300 000 Rinder geimpft werden. Die geimpften Tiere sollen nicht vernichtet, sondern verwertet werden. Renate Künast hatte am Wochenende beim Treffen der EU-Agrarminister erreicht, dass zumindest Rindfleisch nach einer MKS-Impfung regional vermarktet werden darf. Bei Schweinefleisch sei dies jedoch nicht möglich, sagte Künast dem Tagesspiegel. Höhn will aber auch dieses verwertet wissen.

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