Politik : Maul- und Klauenseuche: Schmuggelware mit Krebsrisiko

In der Tiermast verbotene und bei Menschen Krebs erregende Tierarzneien werden nach Informationen des ZDF in großem Stil aus China nach Deutschland geschmuggelt. Bei den Medikamenten handele es sich um Wachstumsförderer, berichtete das Magazin "Frontal 21" am Montag in Berlin.

Bei verdeckten Recherchen seien den Reportern von verschiedenen Firmen mehrere Hundert Kilogramm verbotener Wachstumsförderer in Form von Rohchemikalien angeboten worden. Die europaweit verbotenen Mittel sollten so über den Substanzenmarkt eingeschleust und illegal über Futtermittel wieder an die Tiere gebracht werden, zitiert das ZDF den Präsidenten der Bundestierärztekammer, Günter Pschorn. Die Einfuhr der Substanzen sei "eine neue Dimension der Verbrauchergefährung", sagte Wolfgang Löscher von der Tierärztlichen Hochschule Hannover dem Sender.

Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) hat indessen eine neue Verordnung an den Bundesrat geleitet, die den missbräuchlichen Einsatz von Tierarzneien eindämmen soll. Ministeriumsangaben zufolge muss dann jeder landwirtschaftliche Betrieb ein so genanntes Bestandsbuch führen, in das jede Anwendung von Tierarzneimitteln eingetragen werden muss. Im Mai soll über die Richtlinie abgestimmt werden.

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