Politik : Maul- und Klauenseuche: UN für schärfere Kontrollen

Die Vereinten Nationen haben vor einer weltweiten Verbreitung der Maul- und Klauenseuche (MKS) gewarnt und die internationale Gemeinschaft zu schärferen Gegenmaßnahmen gedrängt. Yves Cheneau von der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) sagte am Mittwoch in Rom, Einwanderer und Touristen müssten strikter kontrolliert werden. Die USA verboten den Fleischimport aus der Europäischen Union (EU), nachdem in Frankreich und damit erstmals auf dem europäischen Festland MKS bestätigt worden war. Die EU verbot den Export von Klauentieren.

Hintergrund:
Chronologie: Der jüngste Ausbruch der Seuche in Europa

Argentinien, einer der weltweit führenden Rindfleischexporteure, bestätigte ebenfalls MKS-Fälle. In Deutschland begann der Bundesgrenzschutz (BGS) mit der Kontrolle der Grenzen zu Frankreich.

Auch die Einfuhr von Lebensmitteln, darunter die von Reisenden mitgeführten, müsse genauer überwacht werden, sagte Cheneau, der die FAO-Abteilung für Tiergesundheit leitet, der Nachrichtenagentur Reuters. Außerdem könne die Tierseuche durch Abfall von Schiffen und Flugzeugen verbreitet werden. "Jedes Land auf der Welt könnte verseucht werden." Wegen der engen internationalen Handelsbeziehungen, intensiver Landwirtschaft, Tourismus und des internationalen Transports von Tieren, Tierprodukten und Nahrungsmitteln könne sich kein Land als MKS-frei bezeichnen. Die Krankheit ist hoch infektiös und kann sich über die Reifen von Autos und sogar den Wind verbreiten. Befallen werden Klauentiere wie Rinder, Schweine, Ziegen und Schafe. Für Menschen ist die Seuche harmlos.

Wegen des Übergreifens der in Großbritannien seit Wochen grassierenden Maul- und Klauenseuche auf das europäische Festland verboten die USA, Kanada und Neuseeland alle Fleischimporte aus der EU. Südkorea und Indonesien folgten dem Beispiel, Singapur und Hongkong untersagten den Fleischimport aus Frankreich. Das US-Landwirtschaftsministerium teilte mit, es dürften weder lebende Tiere noch Fleischprodukte eingeführt werden. Nicht betroffen seien jedoch gekochte Fleischprodukte wie deutsche Bratwurst. Zudem würden alle um den 21. Februar in die USA abgefertigten Exporte untersucht. Die US-Regierung riet allen Amerikanern, bei einer Europareise Bauernhöfe und Zoos zu meiden. Ankommende Reisende in den USA werden befragt, ob sie einen Bauernhof besucht und Fleischprodukte bei sich haben.

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