Mauretanien : Erneut 100 Flüchtlinge abgefangen

Vor der Küste Mauretaniens haben die spanischen Behörden erneut mehr als 100 Flüchtlinge aufgegriffen. Insgesamt seien seit Jahresbeginn bereits 24.336 Migranten abgefangen worden; mehr als im gesamten Jahr 2005.

Madrid/Rom - Auf der Überfahrt von Nordafrika zum spanischen Festland sind nach Angaben des Roten Kreuzes vier Menschen ums Leben gekommen. Die Seenotrettung habe ein Flüchtlingsboot mit sieben entkräfteten Überlebenden im Mittelmeer auf der Höhe der andalusischen Stadt Motril abgefangen, teilte das spanische Rote Kreuz mit. Die Flüchtlinge sagten, sie seien mit defektem Motor zwischen zehn Tagen und zwei Wochen auf See getrieben. Vier Mitflüchtlinge seien während der strapaziösen Überfahrt gestorben. Die spanische Guardia Civil erklärte, sie habe zusammen mit der mauretanischen Polizei erneut ein Fischerboot mit 101 Flüchtlingen abgefangen.

Die 101 entkräfteten Flüchtlinge wurden auf dem Weg zu den Kanarischen Inseln vor der Küste Mauretaniens aufgegriffen und den mauretanischen Behörden übergeben. Den Angaben zufolge waren sie vor einer Woche an der Grenze zwischen dem Senegal und Guinea-Bissao gestartet - mit einem Wasser- und 18 Treibstoffkanistern und "sehr wenig Lebensmitteln". Damit erhöhte sich die Zahl der von gemeinsamen spanisch-mauretanischen Patrouillen seit einer Woche aufgefangenen Bootsflüchtlinge auf etwa 400. Am Freitag hatte die mauretanische Polizei mitgeteilt, auf dem Weg zu den Kanaren seien 16 Bootsflüchtlinge verdurstet.

Die spanische Küstenwache fing am Samstag vor den Kanaren ein Flüchtlingsboot mit 146 Menschen an Bord ab und brachte es in den Hafen der Stadt Puerto de los Cristianos auf der Insel Tenerifa. Erst in der Nacht zum Mittwoch war ein Flüchtlingsboot mit der Rekordzahl von 172 Insassen vor den Kanaren aufgegriffen worden.

Nach Angaben der Zeitung "El Pais" wurden dieses Jahr bereits 24.336 Flüchtlinge auf dem Weg zu den Kanaren und in der Straße von Gibraltar abgefangen. Dies waren doppelt so viele wie im gesamten Jahr 2005.

Der Einsatz der EU-Grenzschutzagentur Frontex vor der westafrikanischen Küste, der ursprünglich bereits für Juli angekündigt war, verzögert sich unterdessen weiter. Berlin hat bereits deutsches Personal für einen Frontex-Trupp auf den Kanarischen Inseln zur Verfügung gestellt.

Auf der kleinen süditalienischen Insel Lampedusa kamen am Wochenende 159 Flüchtlinge an. Wie die Küstenwache am Sonntag mitteilte, landete am Morgen ein Boot mit 120 Insassen an der Küste der Insel, die südlich von Sizilien liegt. Am Vortag war bereits eine Barke mit 39 Einwanderern in den Hafen von Lampedusa eingelaufen. (tso/AFP)

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