Politik : Mazedonien: Amerikaner verlegen 200 Soldaten aus Skopje ins Kosovo

Bei einem Angriff albanischer Rebellen auf einen mazedonischen Kontrollpunkt bei Tetovo ist am Mittwochmorgen ein Polizist erschossen worden. Die Friedensgespräche zwischen Regierung und albanischen Parteien wurden dennoch fortgesetzt. Wegen Sicherheitsbedenken haben die USA rund 100 Soldaten und Zivilbeschäftigte von Skopje ins Kosovo verlegt. Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums in Washington sollen bis Ende der Woche noch 100 weitere Angehörige des US-Nachschublagers in Skopje ins Kosovo verlegt werden. Etwa 300 Soldaten sollen in Skopje bleiben. Es handele sich um eine vorübergehende Maßnahme.

Nach einem von den Vermittlern der EU und Nato vorgelegten Kompromissvorschlag zur Lösung des Sprachenstreits wurden aus diplomatischen Kreisen moderate Fortschritte gemeldet. Der außenpolitische Nato-Koordinator in Skopje, Hansjörg Eiff, wies aber darauf hin, dass die Bereitschaft zur Versöhnung zwischen albanischer Minderheit und slawischer Mehrheit Voraussetzung für ein gemeinsames Leben in Frieden sei. Die Regierung müsste zum Beispiel zu einer Amnestie für die Rebellen bereit sein, sagte Eiff im DeutschlandRadio Berlin. Dies könnte zur Zustimmung der Rebellen führen, ihre Waffen abzugeben.

Ex-US-Justizminister berär Milosevic

Den Haag (dpa). Der als Kriegsverbrecher angeklagte frühere jugoslawische Staatschef Milosevic hat sich in seiner Zelle im UN-Gefägnis in Den Haag drei Tage lang mit dem früheren US-Justizminister Ramsey Clark beraten. Bei den Treffen am Montag, Dienstag und Mittwoch seien beide allein gewesen und nicht überwacht worden, sagte ein Sprecher des UN-Kriegsverbrechertribunals. Das Gericht hoffe, dass der Jurist aus den USA den Angeklagten von der Notwendigkeit überzeuge, Anwälte zu seiner Verteidigung zu benennen. Der 73-jährige Clark war unter Präsident Lyndon B. Johnson 1967 bis 1969 Justizminister der USA. Er hat im Kosovokonflikt mit Milosevic offen sympathisiert.

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