Mazedonien : Eine Nation kämpft um ihren Namen

Im Streit um den Namen des mazedonischen Staats ist zwischen Griechenland und der früheren jugoslawischen Republik Mazedonien noch keine Einigung in Sicht. Die mazedonische Regierung will den Staat "Republik Mazedonien" taufen. Die Griechen lehnen das ab und machen mit einem Veto gegen den Nato-Beitritt der Mazedonier Druck.

Brdo Die griechische Außenministerin Dora Bakogiannis sagte am Samstag in Brdo (Slowenien), Athen sehe keinerlei Zeitdruck. "Uns läuft die Zeit davon", sagte hingegen ihr mazedonischer Kollege Antonio Milososki unter Hinweis auf den Nato-Gipfel in der kommenden Woche in Bukarest. Griechenland droht mit einem Veto gegen Mazedoniens Nato-Beitritt, sofern die Regierung in Skopje weiterhin auf dem Namen "Republik Mazedonien" beharrt.

"Es gibt keine zeitlichen Grenzen und keine Fristen in dieser Frage", sagte Bakogiannis. "Die Nato wird es morgen und übermorgen auch noch geben. Und die frühere jugoslawische Republik Mazedonien auch." Die Frage des Namens sei für die regionale Stabilität von großer Bedeutung. "Wir müssen weiter verhandeln. Die Beziehungen zwischen Verbündeten müssen auf einer soliden Grundlage aufgebaut werden." Wenn die Verhandlungen fortgesetzt würden, "dann werden wir ganz sicher zu irgendeinem Zeitpunkt das Ergebnis haben, das wir wollen".

EU-Aufnahme: "Mehr Balkan in der Nato und weniger Nato auf dem Balkan"

"Wir haben alles getan, was wir konnten. Nun haben unsere griechischen Nachbarn und Freunde die Chance, zu zeigen, ob sie einen Kompromiss wollen oder nach einem Vorwand für eine Blockade suchen", sagte hingegen Milososki. Bei der Nato gehe es nicht um Namen, sondern um Sicherheit. Auf dem gesamten Balkan gebe es noch Risiken. "Die Aufnahme von Albanien, Kroatien und Mazedonien bedeutet mehr Balkan in der Nato und weniger Nato auf dem Balkan."

Bei dem am Mittwoch in Bukarest beginnenden Nato-Gipfel gilt eine Einladung zur Mitgliedschaft an Kroatien als sicher. Athen lehnt ein Beitrittsabgebot an Mazedonien bislang ab, da der Name "Republik Mazedonien" zur hellenischen Geschichte gehöre und es eine nordgriechische Provinz Mazedonien gibt. Mit Ausnahme der Türkei erkennen alle anderen Nato-Staaten das Land nur unter dem Namen "Frühere jugoslawische Republik Mazedonien" an.

"Die Zeit wird jetzt sehr knapp", sagte der schwedische Außenminister Carl Bildt in Brdo. "Aber ich hoffe aufrichtig, dass es einen Kompromiss geben wird. Es wäre sehr schlecht für alle Beteiligten und für die Region, wenn es keinen Kompromiss gäbe." Bildt appellierte an die beiden Seiten, "sich mit der nötigen Ernsthaftigkeit und einen Kompromiss zu bemühen": "Das sollte möglich sein." (kj/dpa)

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