Politik : Mazedonien: Interview: "Die Nato ist nicht hier, um einen Krieg zu führen"

Russlands Präsident Putin hat sehr klare Vors

François Léotard ist Mazedonien-Gesandter der Europäischen Union. Er bemüht sich derzeit in der mazedonischen Hauptstadt Skopje darum, Mazedonier und Albaner zur Zustimmung zur geplanten Verfassungsreform zu bewegen. Die Reform sieht Zugeständnisse an die Albaner vor.

Russlands Präsident Putin hat sehr klare Vorstellungen von der Lösung des Mazedonien-Problems. Stellt seine Intervention für die Europäer eine Konkurrenz dar?

Sicher nein. Bei den Friedensbemühungen muss die gesamte internationale Gemeinschaft dabei sein. Erst diese Zusammenarbeit hat ja das Rahmenabkommen für Mazedonien möglich gemacht.

Wie steht die mazedonische Bevölkerung zum Nato-Einsatz "Bedeutende Ernte"?

Ein Teil der Bevölkerung ist der Auffassung, dass sich die Nato während des Kosovo-Krieges auf Mazedonien habe verlassen können, während die Allianz jetzt nicht genug für die Lösung der Probleme in dem Land tue. Das ist nicht wahr. Die Präsenz der Kfor-Truppen an der Grenze zwischen Mazedonien und dem Kosovo ist im Gegenteil sehr beeindruckend.

Mazedoniens Präsident Trajkovski will offenbar keine Verlängerung der Entwaffnung über die vereinbarten 30 Tage hinaus.

Die Nato ist nicht hier, um einen Krieg zu führen. Neben dieser Einsicht ist es auch wichtig, dass am Ende der Entwaffnungsfrist der mazedonischen Regierung und den Albanern vertrauensbildende Maßnahmen vorgeschlagen werden. Dazu gehört natürlich die Präsenz von Beobachtern der OSZE und der EU. Ich hoffe, dass das Vertrauen zwischen den verschiedenen Volksgruppen Ende September wieder zurückkehrt.

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