Politik : Mazedonien: Kämpfe flammen wieder auf

In Mazedonien sind am Sonntag heftige Gefechte zwischen mazedonischen Regierungstruppen und albanischen Rebellen ausgebrochen. Augenzeugen berichteten von Schusswechseln in der Nähe von Tetovo im Nordwesten des Landes. Das Verteidigungsministerium in Skopje bestätigte die Kämpfe. Oberhalb von Tetovo seien Regierungseinheiten unter Beschuss geraten. Da die Rebellen den Waffenstillstand gebrochen hätten, hätten die Streitkräfte angemessen reagiert, sagte ein Ministeriumssprecher. Bewohner Tetovos sagten, am späten Vormittag seien schweres Maschinengewehrfeuer sowie Schüsse aus Handfeuerwaffen zu hören gewesen. Die Kämpfe hätten dann noch an Intensität zugenommen, berichtete ein Journalist aus Tetovo.

Der Waffenstillstand gilt seit 17 Tagen. Unter Vermittlung der USA und der EU verhandeln die Parteien des Landes derzeit über Forderungen nach mehr Rechten für die albanische Minderheit in Mazedonien.

Tetovo ist das Zentrum der albanisch-stämmigen Minderheit in Mazedonien. Vor einem Monat hatte es in der Region noch schwere Kämpfe gegeben, wobei die Rebellen in die umliegenden Berge abgedrängt wurden. In jüngster Zeit sind sie aber wieder in die Nähe von Tetovo vorgerückt.

Der G-8-Gipfel in Genua rief die Konfliktparteien in Mazedonien auf, ihren Dialog fortzusetzen. Nur eine Friedenslösung könne Demokratie und das Nebeneinander der verschiedenen Völker gewähren, heißt es in einer Erklärung am Samstag.

Knapp zwei Drittel der Bürger in Deutschland befürworten einen Einsatz der Bundeswehr in Mazedonien. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage des Instituts polis hervor, die das Nachrichtenmagazin "Focus" in Auftrag gegeben hat. 61 Prozent der 1005 Befragten beantworten die Frage, ob deutsche Soldaten an einem Nato-Einsatz zur Entwaffnung albanischer Rebellen in Mazedonien mitwirken sollen, mit Ja. 34 Prozent sind gegen einen solchen Einsatz der Bundeswehr auf dem Balkan, 5 Prozent machen keine Angaben.

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