Mazedonien : Konservativer Ivanov wird neuer Präsident

Der national-konservative Kandidat Djordje Ivanov gewinnt überragend die Stichwahl zum Präsident in Mazedonien. Die Wahlbeteiligung war jedoch äußerst gering.

Skopje Djordje Ivanov ist neuer Präsident Mazedoniens. Offiziell erhielt der Kandidat der national-konservativen Regierungspartei mit 63,1 Prozent fast doppelt so viele Stimmen wie sein Gegenkandidat Ljubomir Frckoski. Sozialdemokrat Frckoski konnte nur 36,8 Prozent der Wähler für sich gewinnen. Das amtliche Endergebnis wird im Laufe des Tages veröffentlicht.

Die Bevölkerung, vor allem die albanischen Volksgruppe, machten ihr Desinteresse an der Stichwahl deutlich. So war die Wahlbeteiligung mit  42 Prozent sehr gering und lag nur knapp über dem gesetzlich erforderlichen Minimum von 40 Prozent. Die Mazedonier wählten gleichzeitig auch neue Bürgermeister und Kommunalparlamente. Die Wahl verlief nach übereinstimmenden Berichten ohne nennenswerte Zwischenfälle.

Die beiden Kandidaten vertreten politisch ähnliche Standpunkte. Für beide ist eine Lösung des jahrelangen Streits mit dem Nachbarn Griechenland um den Staatsnamen Mazedonien der wichtigste Punkt ihres Programms. Wegen des Konflikts blockiert Athen seit Jahren die Annäherung Skopjes an die EU und eine Aufnahme in die Nato. Während Frckoski eine "pragmatische" Lösung wünscht, beharrt Ivanov auf der harten, nationalistischen Linie. In seiner ersten Reaktion nach dem Wahlsieg sagte er jedoch, dass er sich für die baldige Lösung des Namensstreites voll einsetzen werde.  (sh/dpa)

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