Politik : Mazedonien: Mazedonier finden Kompromiss im Sprachenstreit

Bei den Friedensgesprächen in Mazedonien haben die Unterhändler der slawischen und albanischen Parteien erstmals eine Kompromisslösung für den Sprachenstreit gefunden. Danach soll die albanische Sprache künftig im Parlament und in den Gebieten einen offiziellen Status haben, in denen die Albaner mehr als 20 Prozent der Bevölkerung stellen, hieß es am Mittwoch aus beiden Delegationen. Damit war eine Grundsatzeinigung in einem Hauptstreitpunkt erzielt, der bisher jeden Fortschritt in den Verhandlungen über einen Reformplan blockiert hatte. Zuvor hatte neue Gewalt die Verhandlungen überschattet. Albanische Rebellen töteten am Mittwoch bei einem Angriff auf einen Kontrollpunkt am Rande der Stadt Tetovo einen Polizisten.

Die albanische Seite wollte dies als Einigung unter Vorbehalt verstanden wissen, die vom weiteren Verlauf der Verhandlungen über politische Reformen für die Stärkung albanischer Rechte abhängig ist. "Wir haben einen Kompromiss erreicht, aber unter Bedingungen", sagte der Vizevorsitzende der Albaner-Partei PDP, Aziz Pollozhani. Unterschrieben werde erst, wenn die anderen Streitpunkte einvernehmlich gelöst seien. Dazu gehört die Bildung einer lokalen Polizeitruppe in Albaner-Gebieten. Die Gespräche werden erst am Freitag fortgesetzt.

Die US-Streitkräfte werden die Hälfte ihrer in Mazedonien stationierten Soldaten in das Kosovo abziehen. Aus den Einheiten seien bereits 109 Soldaten verlegt worden, 100 weitere sollten bis Ende der Woche folgen, sagte Militärsprecher Major Randy Martin am Mittwoch. Dies sei eine vorübergehende Maßnahme aus Sicherheitsgründen.

Ex-US-Justizminister berät Milosevic

Den Haag (dpa). Der als Kriegsverbrecher angeklagte frühere jugoslawische Staatschef Milosevic hat sich in seiner Zelle im UN-Gefägnis in Den Haag drei Tage lang mit dem früheren US-Justizminister Ramsey Clark beraten. Bei den Treffen am Montag, Dienstag und Mittwoch seien beide allein gewesen und nicht überwacht worden, hieß es.

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