Politik : Mazedonien: Mehrheit für Gleichberechtigung der Albaner fraglich

Das mazedonische Parlament hat seine Debatte über die im Friedensplan vorgesehenen Verfassungsänderungen am Freitag fortgesetzt. Die Abgeordneten begannen die Sitzung in Skopje am Mittag, um über die geplanten 18 Änderungen der Verfassung zu beraten, die der albanischen Volksgruppe mehr Rechte geben würden. In der Nacht zuvor hatte es die Mehrheit abgelehnt, allen Bürgern des Landes - auch den Albanern - gleiche Rechte einzuräume. Die endgültige Abstimmung war daraufhin verschoben worden.

Unterdessen setzte die Nato-Truppe ihren Einsatz zur Entwaffnung albanischer Rebellen fort. Eine Waffensammelstelle in der Ortschaft Radusa sei wieder geöffnet, sagte Nato-Sprecher Oberstleutnant Peter Altmannsperger in Skopje. Dort sind auch deutsche Soldaten im Einsatz.

Die Nato erwägt inzwischen die Stationierung einer 1000 Mann starken Schutztruppe in Mazedonien. Wie aus Nato-Kreisen in Brüssel verlautete, sollen die Soldaten für die Sicherheit der internationalen Beobachter sorgen. Am Montag würden Nato-Vertreter in Brüssel darüber mit Verteidigungsbeauftragten aus den 15 EU-Staaten beraten, hieß es weiter. Die Operation "Essential Harvest" zur Entwaffnung der albanischen Rebellen endet am 26. September. Der mazedonische Staatspräsident Boris Trajkovski hat bereits offiziell um eine weitere Stationierung von NATO-Truppen gebeten.

Wegen des tödlichen Angriffs auf einen britischen Soldaten zu Beginn der Mission hat die mazedonische Polizei acht Verdächtige festgenommen. Vier seien minderjährig, teilte die Polizei in Skopje mit. Der Soldat war bei Skopje in seinem Fahrzeug tödlich verletzt worden, als ein Gegenstand auf das Auto geworfen wurde.

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