Politik : "Mea Culpa" - ein Gebet zum Zeichen der Reue

Der Begriff Mea Culpa (Meine Schuld) geht auf eine alte Formel in der katholischen Liturgiefeier zurück. Mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa - meine Schuld, meine Schuld, meine übergroße Schuld - beten die Gläubigen zum Zeichen der Reue und schlagen sich drei Mal an die Brust. Ein ganz anderes Gewicht hat das große "Mea Culpa" von Papst Johannes Paul II. Zum ersten Mal bittet ein Oberhaupt der katholischen Kirche in einem feierlichen Akt für die historischen Sünden der Vergangenheit um Vergebung: für Gewalt in Religionskriegen, für Inquisition, Judenfeindlichkeit und Versäumnisse in der Zeit des Nationalsozialismus.

Bislang gab es einzelne Schuldbekenntnisse, vor allem nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962 - 1965) im Pontifikat von Johannes Paul II. 1992 rehabilitierte der Papst den als Ketzer verurteilten Gelehrten Galileo Galilei (1564-1642). Anfang 1998 wurde in Rom das Dokument "Wir erinnern: Nachdenken über die Shoah" veröffentlicht. Der Vatikan gestand erstmals offiziell ein, dass sich ein Teil der Katholiken nicht entschieden genug gegen die Judenverfolgung gewehrt hat.

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