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Mecklenburg-Vorpommern : Brandstiftung in Wohnhaus mit Flüchtlingen

Wieder brennt eine Unterkunft, in der auch Flüchtlinge untergebracht waren. Die Feuerwehr muss 35 Menschen retten.

Nach Angaben der Polizei war der Brand im Keller des Hauses in Woldegk (Mecklenburg -Vorpommern) gelegt worden.
Nach Angaben der Polizei war der Brand im Keller des Hauses in Woldegk (Mecklenburg -Vorpommern) gelegt worden.Foto: dpa

Ein Unbekannter hat in Woldegk in Mecklenburg-Vorpommern ein Mehrfamilienhaus, in dem auch zehn Flüchtlinge untergebracht waren, angezündet. Nach Angaben der Polizei war der Brand am Montagabend im Keller des Hauses gelegt worden.

"Es wird geprüft, ob es einen politisch motivierten Hintergrund gibt", sagte eine Polizeisprecherin am Dienstagmorgen in Neubrandenburg. Konkrete Hinweise darauf gab es zunächst aber nicht. Nach ersten Ermittlungen geht die Polizei von Brandstiftung in den Kellerräumen aus. Ein Spezialist sollte am Dienstag den Tatort untersuchen.

Da der Qualm ins Treppenhaus zog, war den insgesamt 35 Bewohnern der Fluchtweg abgeschnitten. Die Feuerwehr musste die Menschen über eine Leiter retten. Ein 76-Jähriger und ein 14-jähriges Mädchen kamen mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus. Das Haus war zunächst unbewohnbar, so dass die Menschen in Notunterkünften unterbracht werden mussten.

Der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Norbert Nieszery, geht davon aus, dass der Anschlag einen rechtsextremistischen Hintergrund hat. "Sollte sich dieser Tatverdacht bestätigen, hätte der rechtsextremistische Terror eine neue, erschreckende Dimension bei uns im Land erreicht." Er erwarte von den Sicherheitsbehörden massive Untersuchungen zur schnellstmöglichen Aufklärung. "Wir brauchen endlich Ermittlungserfolge, um die Täter mit aller rechtsstaatlichen Härte zur Rechenschaft zu ziehen", sagte der Sozialdemokrat. "Spätestens mit diesem Angriff auf Leib und Leben von Menschen ist eine Grenze überschritten worden."

In Mecklenburg-Vorpommern wurden laut Innenministerium in diesem Jahr bereits etwa 40 politisch motivierte Straftaten im Zusammenhang mit Asylbewerberunterkünften erfasst, die meisten davon in den vergangenen drei Monaten. Darunter waren alleine vier Brandstiftungen - in Breesen, Boizenburg, Trassenheide und Friedland - sowie Sachbeschädigungen, Fälle von Volksverhetzung, Bedrohung, Beleidigung sowie das Verwenden verfassungswidriger Kennzeichen. Nicht einmal in der Hälfte der Fälle wurden bislang Tatverdächtige ermittelt. In Woldegk waren zehn Tage zuvor zwei Autos in Brand gesetzt worden. Der Fall wurde noch nicht aufgeklärt. (dpa)


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