Mecklenburg-Vorpommern : Geringes Interesse an Landtagswahl

Bis 14 Uhr gaben nicht einmal 30 Prozent der Wahlberechtigten in Mecklenburg-Vorpommern ihre Stimme ab. Auch die Entscheidung über die neuen Kreisnamen weckte kaum zusätzliches Interesse.

Ohne Anstehen. Die Wähler in Mecklenburg-Vorpommern können gleich zur Sache kommen. Foto: dpa
Ohne Anstehen. Die Wähler in Mecklenburg-Vorpommern können gleich zur Sache kommen.Foto: dpa

Bei der Landtags- und Kommunalwahl in Mecklenburg- Vorpommern zeichnet sich eine noch geringere Wahlbeteiligung ab als vor fünf Jahren. Bis 14 Uhr hatten am Sonntag nach Angaben der Landeswahlleiterin Doris Petersen-Goes in Schwerin 29,8 Prozent der rund 1,4 Millionen Wahlberechtigten von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht. 2006 waren es zu diesem Zeitpunkt 35,4 Prozent. Mit den Briefwählern hatte die Wahlbeteiligung 2006 bei 59,1 Prozent gelegen.

Das höchste Wählerinteresse wurde bis Sonntagnachmittag mit rund 35 Prozent in Bad Doberan registriert, das geringste mit 22 Prozent in Mecklenburg-Strelitz. Die Wahl 2011 ist die erste, bei der allein in Mecklenburg-Vorpommern gewählt wird und nicht gleichzeitig im Bund. Die Wahllokale sind noch bis 18.00 Uhr geöffnet. Um die 71 Sitze im Landtag bewerben sich 341 Kandidaten, 16 Parteien treten zur Wahl an. In Umfragen hatte die von Ministerpräsident Erwin Sellering geführte SPD stets vorn gelegen, sie gilt als klarer Favorit. Dahinter liegen mit CDU und Linke zwei Parteien, die sich Hoffnung auf eine Regierungsbeteiligung machen. Sellering hält sich die Fortführung der bisherigen rot-schwarzen Koalition, aber auch ein rot-rotes Bündnis offen.

Für die bisher ebenfalls im Landtag vertretenen Parteien FDP und NPD könnte die Fünf-Prozent-Hürde dieses Mal zu hoch sein. Sowohl die Liberalen als auch die rechtsextreme NPD hatten im Umfragen meist knapp darunter gelegen. Zudem stimmen in den neuen Großkreisen 1,19 Millionen Wahlberechtigte ab 16 Jahren auch über die Kreistage und Landräte ab sowie über die Namen der Kreise. Nur die Schweriner und Rostocker sind davon nicht betroffen - die Kommunen bleiben bei der Kreisreform als kreisfreie Städte unverändert.

Die Spitzenkandidaten der Parteien gaben ihre Stimmen am Vormittag ab, als erste die Grünen-Politikerin Silke Gajek in Schwerin. „Die Stimmung im Wahlkampf war für uns sehr gut, in Umfragen lagen wir stets bei sieben bis acht Prozent. Ich bin sicher, dass wir es schaffen“, gab sie sich zuversichtlich. Die Grünen wären dann in allen deutschen Landesparlamenten vertreten.

Bestens gelaunt war Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD). Die Umfragen seien für die SPD sehr gut gewesen - „jetzt geht es um die Frage, gehen alle wählen?“, sagte er. Sein CDU-Herausforderer Lorenz Caffier hoffte ebenfalls auf eine hohe Wahlbeteiligung, ein Scheitern der NPD und ein gutes Ergebnis der CDU. Der Spitzenkandidat der Linken, Helmut Holter, der die Rückkehr zur Regierungsbeteiligung anstrebt, versicherte: Seine Partei sei der attraktivere Koalitionspartner für den Favoriten SPD.

Bei der Landtagswahl 2006 landete die SPD mit 30,2 Prozent knapp vor der CDU (28,8). Die Linke erzielte mit 16,8 Prozent eines ihrer schlechtesten Ergebnisse im Land, die FDP mit 9,6 Prozent einen Rekordwert. Die rechtsextreme NPD erreichte 7,3 Prozent, die Grünen scheiterten mit 3,4 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde. Die 71 Sitze im Landtag verteilen sich derzeit so: SPD 22, CDU 22, Linke 13, FDP 7 und NPD 6, fraktionslos 1 (ein für die SPD gewählter Abgeordneter). (dpa)

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