Politik : Medien: Olmert drängt zu Angriff auf Iran

Tel Aviv/Washington - Israels Premier Ehud Olmert hat von der US-Regierung drastische Schritte zum Stopp des iranischen Atomprogramms gefordert. „Die iranische Bedrohung muss mit allen Mitteln gestoppt werden“, sagte Olmert in der Nacht zum Mittwoch vor der pro-israelischen Lobby-Organisation „Aipac“ in Washington. Nach Informationen der israelischen Zeitung „Jediot Achronot“ wollte er Präsident George W. Bush drängen, noch vor Ende seiner Amtszeit militärisch gegen den Iran vorzugehen.

Olmert wolle Bush am Mittwoch sagen, dass die Sanktionen keinen Erfolg gebracht hätten, so das Blatt unter Berufung auf Vertraute des Premiers. Er glaube, es gebe eine „dringende Notwendigkeit zur Aktion“, das „Fenster der Gelegenheit“ vor einer möglichen Aufrüstung des Irans mit Atomwaffen sei nur noch sehr klein. Vor der „Aipac“ forderte Olmert die USA zudem auf, die EU dazu zu bringen, die pro-iranische Hisbollah- Miliz auf ihre Terrorliste zu setzen,

US-Außenministerin Condoleezza Rice sprach sich bei der „Aipac“ dafür aus, harte diplomatische Mittel gegen den Iran auszuschöpfen. Israels Außenministerin Zipi Liwni wiederum hatte am Dienstag ein Militärangriff auf den Iran immer noch als Option bezeichnet. In der nahöstlichen Region könne man den „Nachbarschaftsrüpel entweder zusammenschlagen oder sich mit ihm zusammentun“, sagte sie vor einem parlamentarischen Ausschuss.

Was den Streit um Irans Nuklearprogramm betrifft, ist für Ende der Woche ein Besuch des EU-Außenbeauftragten Javier Solana im Iran geplant. Der amerikanische UN-Botschafter Zalmay Khalilzad sagte, dass der Weltsicherheitsrat sein weiteres Vorgehen vom Ergebnis der Reise abhängig machen werde. Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO), Mohammed al Baradei hatte dem Iran am Montag vorgeworfen, die Zusammenarbeit mit seinen Inspekteuren zu verweigern. Diese Informationspolitik verhindere, die Frage nach der militärischen Dimension des Atomprogramms endgültig zu klären. Aus Geheimdienstinformationen gehe hervor, dass Iran Atomforschung betrieben habe, die auch militärischen Zwecken dienen könnte. Zudem halte sich die Regierung nicht an die Auflagen der jüngsten Resolutionen des UN-Sicherheitsrats. dpa/ame

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