Medienbericht : IWF will keine weitere Griechenland-Hilfe leisten

Einem „Spiegel“-Bericht zufolge will der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Hilfszahlungen für Griechenland beenden. Bewahrheitet sich diese Nachricht, dürfte Griechenland schon bald pleite sein.

Droht die Griechenland nun die Pleite? Laut "Spiegel"-Bericht will der Internationale Währungsfonds seine Zahlungen einstellen.
Droht die Griechenland nun die Pleite? Laut "Spiegel"-Bericht will der Internationale Währungsfonds seine Zahlungen einstellen.Foto: dapd

Der Internationale Währungsfonds (IWF) will sich nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ nicht an weiteren Hilfen für das pleitebedrohte Griechenland beteiligen. Das hätten hochrangige Vertreter der Brüsseler EU-Spitze mitgeteilt, schreibt das Blatt weiter. Derzeit untersucht die „Troika“ aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und IWF, wie weit das Land seinen Reformverpflichtungen nachkommt. Das Land hofft auf Geldspritzen im August und September in Höhe von 12,5 Milliarden Euro.

Aus Athener Kreisen hieß es zuletzt, dass die „Troika“ am 26. Juli wieder nach Griechenland zurückkehren soll. Die Sparkontrolleure von EU, IWF und EZB waren am 9. Juli unmittelbar vor dem Treffen der Euro-Finanzminister nach Aussagen von Samaras mit der Bilanz abgereist, dass Griechenland abermals die Ziele des Sparpaktes verfehlt habe und bei den Reformen Gas geben müsse.

Die griechische Koalitionsregierung war im Juni mit dem festen Ziel angetreten, die Fristen der für die Milliardenhilfen auferlegten Sparauflagen neu zu verhandeln. Ziel ist es, die von den Geldgebern geforderten Sparmaßnahmen über 11,5 Milliarden in den Jahren 2013 und 2014 auf die Jahre 2015 und 2016 zu verteilen.

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22.02.2012 11:57Was passiert eigentlich, wenn Athen pleite geht?

Die griechische Gesellschaft könne keine weiteren, zusätzlichen Sparmaßnahmen schultern, argumentiert die Regierung. Die Wirtschaft des Euro-Krisenlandes wird nach Schätzungen auch dieses Jahr um fast sieben Prozent schrumpfen.

Erhält das Land mehr Zeit, seine Ziele zu erfüllen, würde das laut „Spiegel“ nach Schätzungen der „Troika“ zusätzliche Hilfen zwischen 10 und 50 Milliarden Euro erfordern. Viele Regierungen der Euro-Zone sind jedoch nicht mehr bereit, neue Griechenland-Lasten zu schultern. Zudem hätten Länder wie die Niederlande und Finnland ihre Hilfen daran gekoppelt, dass sich der IWF beteiligt. (dpa)

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