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Medienberichte : Ägyptens Ex-Präsident Mubarak liegt im Koma

Der frühere ägyptische Präsident Husni Mubarak liegt nach Angaben seiner Ärzte im Koma und wird künstlich beatmet. Ägyptische Medien hatten ihn zuvor bereits für klinisch tot erklärt. Nun wird eine Stellungnahme zu Mubaraks Gesundheitszustand im ägyptischen Staatsfernsehen erwartet.

Fast 30 Jahre lang herrschte Husni Mubarak über Ägypten. Im Zuge des Arabischen Frühlings im Frühjahr 2011 trat er zurück. Im Juni 2012 wurde Mubarak zu lebenslanger Haft verurteilt. Foto: reuAlle Bilder anzeigen
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20.06.2012 01:22Fast 30 Jahre lang herrschte Husni Mubarak über Ägypten. Im Zuge des Arabischen Frühlings im Frühjahr 2011 trat er zurück. Im Juni...

Ägyptens langjähriger Machthaber Husni Mubarak wird offenbar nach einem Schlaganfall auf der Intensivstation behandelt und kämpft mit dem Tod. Klarheit über den Gesundheitszustand des ehemaligen ägyptischen Machthabers gab es auch am Mittwochmorgen zunächst nicht, nachdem am Dienstagabend die amtliche Nachrichtenagentur Mena berichtet hatte, Mubarak sei für klinisch tot erklärt worden. “Es ist zu früh, zu sagen, dass er klinisch tot ist“, zitiert dagegen die Agentur Reuters am Dienstagabend eine Person aus Sicherheitskreisen. Die Nachrichtenagentur AFP erfuhr aus Ärztekreisen, Mubarak liege im Koma und werde künstlich beatmet. „Die Ärzte versuchen, ihn wiederzubeleben“, hieß es. Im Laufe des Mittwochs wird eine Stellungnahme zu Mubaraks Gesundheitszustand im ägyptischen Staatsfernsehen erwartet.

Der Ex-Machthaber hatte nach Berichten des Staatsfernsehens am Dienstag im Gefängnis einen Schlaganfall erlitten und war in ein Militärkrankenhaus gebracht worden. Mena berichtete am Abend, sein Herz habe aufgehört zu schlagen und nicht auf Wiederbelebungsversuche reagiert.

Mubarak war erst Anfang Juni wegen seiner Verantwortung für die Tötung hunderter Demonstranten durch Sicherheitskräfte während des Volksaufstands in Ägypten zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Umgang mit dem Ex-Präsidenten war in den vergangenen Tagen heiß diskutiert worden. Vor allem etliche ehemalige politische Gefangene hatten sich verbittert über eine „Sonderbehandlung“ geäußert, die Mubarak ihrer Ansicht nach genossen habe.

Der Mubarak-Prozess in Bildern:

Prozess gegen Mubarak
Mit dem Urteil wird Mubarak für den Tod von mehr als 800 Demonstranten mit verantwortlich gemacht. Seine Augen verbirgt der Ex-Machthaber im Prozess hinter den dunklen Gläsern einer Sonnenbrille. Foto: dapdWeitere Bilder anzeigen
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02.06.2012 16:06Mit dem Urteil wird Mubarak für den Tod von mehr als 800 Demonstranten mit verantwortlich gemacht. Seine Augen verbirgt der...

Schon nach der Urteilsverkündung hatten Tausende Ägypter im ganzen Land gegen das ihrer Meinung nach zu milde Urteil protestiert und die Todesstrafe für Mubarak gefordert, der Ägypten bis zu seinem Sturz über drei Jahrzehnte mit harter Hand regiert hatte. Seit der Einlieferung ins Gefängnis verschlechterte sich sein Gesundheitszustand rapide. Mubarak hat seit seiner Inhaftierung im Februar 2011 wiederholt unter ernsthaften Herzproblemen gelitten.

Wenige Stunden vor Mubaraks Einlieferung ins Krankenhaus hatten sich in Kairo Tausende Demonstranten auf dem zentralen Tahrir-Platz versammelt. Die islamistische Muslimbruderschaft hatte ihre Anhänger zu Protesten gegen den regierenden Militärrat aufgerufen, der kurz vor der Präsidentenwahl am vergangenen Wochenende mit einer Übergangsverfassung seine Machtposition gefestigt hatte. Derweil erklärten sich sowohl der islamistische Präsidentschaftskandidat Mohammed Mursi als auch sein Kontrahent Ahmed Schafik selbst zum Wahlsieger. Die Bekanntgabe des offiziellen Ergebnisses wird für Donnerstag erwartet. (dapd/afp/rtr/dpa)

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