Meeresschutz : USA schaffen größtes Schutzgebiet der Welt

US-Präsident George W. Bush hat eine Gruppe von zehn Inseln und acht Atollen im Nordwesten von Hawaii zum größten Meeresschutzgebiet der Welt erklärt.

Washington - Die Inselgruppe sei Heimat eines sehr seltenen und faszinierenden Meereslebens, sagte Bush am Donnerstag in Washington. Innerhalb des Gebietes seien ab sofort nicht genehmigter Schiffsverkehr oder Tourismus verboten.

Die unbewohnten Inseln erstrecken sich über eine Länge von 2250 Kilometern. Die Fläche entspricht ungefähr der von Deutschland. Zum Meeresschutzgebiet gehört nach den Worten von Bush auch das mit rund 11 700 Quadratkilometern größte, abgeschieden liegende Korallenriff-System der Welt. Außerdem legten in dem Gebiet 90 Prozent der gefährdeten Grünen Meeresschildkröten von Hawaii ihre Eier ab.

Das Reservat löst das australische «Great Barrier Reef» als größtes maritimes Schutzgebiet der Welt ab. Innerhalb von fünf Jahren soll der kommerzielle Fischfang beendet werden. Nach US-Medienberichten sollen Öko-Tourismus und Schnorcheln unter strikten Auflagen erlaubt bleiben.

In der Region, die Bush unter Umgehung einer sonst langwierigen Kongressprozedur offiziell zum «Nationalen Denkmal» erklärte, nisten mehr als 14 Millionen Seevögel. Insgesamt dient das Gebiet als Lebensraum für mehr als 7000 Tierarten, von denen ein Viertel vom Aussterben bedroht ist. So sind die letzten Hawaii-Mönchsrobben und die stark bedrohten Grünen Meeresschildkröten im flachen Wasser um die Inseln zu finden. Außerdem leben in den Riffen eine Vielzahl gefährdeter Raubfische. (tso/dpa)

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