Politik : Mehr als 60 Tote bei Anschlag in Pakistan

Peshawar - Ein Selbstmordattentäter hat am Freitag im Nordwesten Pakistans mindestens 65 Menschen mit in den Tod gerissen. Nach offiziellen Angaben sprengte sich der Täter in der unruhigen Stammesregion Mohmand an der Grenze zu Afghanistan vor einem Regierungsbüro inmitten einer Menschenmenge in die Luft. Mehr als 100 Menschen wurden bei dem Anschlag verletzt.

Das pakistanische Militär hat in den vergangenen Wochen seine Offensive gegen Kämpfer der radikalislamischen Taliban in der Region verstärkt. Der stellvertretende Regierungsgesandte in der Region, Rasool Khan, vor dessen Vertretung sich die Tat ereignete, sprach von zwei Explosionen. Augenzeugen zufolge wurden von der Wucht der Detonation zahlreiche Autos und Geschäfte sowie ein Gefängnis beschädigt. Khan sagte, die Zahl der Toten werde vermutlich noch steigen. Weitere Opfer würden unter den Trümmern der 30 zerstörten Läden vermutet.

Zum Zeitpunkt der Explosion hielten sich vor dem Gebäude viele Vertriebene auf, die Hilfsgüter in Empfang nehmen wollten. Wegen der Kämpfe zwischen Extremisten und Regierungstruppen im Nordwesten Pakistans haben tausende Menschen ihre Heimat verlassen. In der vergangenen Woche waren bei zwei Selbstmordanschlägen in der ostpakistanischen Metropole Lahore 42 Menschen getötet worden.

Die Stammesgebiete im Nordwesten des Landes gelten als Rückzugsgebiet heimischer und afghanischer Taliban-Kämpfer. Durch die Angriffe der pakistanischen Armee im vergangenen Jahr sind sie in die Defensive geraten. Nach ihrer Vertreibung aus dem Swat-Tal begann die Armee im November eine Offensive in Süd-Waziristan. rtr

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