Politik : Mehr illegale Migration über Schwarzmeer

Danzig - Illegale Einwanderer finden immer neue Wege nach Europa. Die Innenminister der sechs größten EU-Staaten wollen deshalb ihre Zusammenarbeit mit den Nachbarländern der Union verstärken. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble warnte zum Abschluss des Sechser-Treffens in Sopot bei Danzig am Donnerstag vor der Migration über das Schwarze Meer. Der Minister sprach von einem „speziellen Problem im Südosten der Union, in der Region des Schwarzmeers“.

Die früher häufig beklagte illegale Einwanderung über Europas Ostgrenzen ist Schäuble zufolge „nicht das vorrangige Problem“. Der polnische Ressortchef und Gastgeber des Treffens, Wladyslaw Stasiak, hob die Anstrengungen seines Landes beim Grenzschutz hervor. Er sehe deshalb auch keine Gefahr für die geplante Erweiterung des Schengenraums im Dezember, die einen Abbau innereuropäischer Grenzkontrollen zur Folge haben wird. Schäuble und Stasiak bekräftigten ihren Willen, ein gemeinsames Zentrum für die Zusammenarbeit von Zoll und Polizei an der deutsch-polnischen Grenze zu schaffen. „Das ähnelt dem, was schon an der deutsch-französischen Grenze funktioniert“, sagte Stasiak. Über Einzelheiten sollten Fachleute am kommenden Mittwoch sprechen, Anfang des Jahres werde das Zentrum in Betrieb gehen. Über einen Standort ist nach deutschen Angaben bislang noch nicht entschieden. dpa

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