Politik : Mehr Kandidaten als Posten - Antje Radcke rechnet mit Kampfabstimmung um Grünen-Spitze

Der angekündigte Rückzug von Gunda Röstel aus der Führungsspitze der Grünen hat die Personaldiskussion in der Partei neu entfacht. Röstels Sprecher-Kollegin Antje Radcke sagte am Montag, bei dem für Ende Mai geplanten Parteitag könnten sich neben ihr selbst und den Fraktionschefs in Baden-Württemberg und Berlin, Fritz Kuhn und Renate Künast, möglicherweise noch weitere Kandidaten zur Wahl an die Parteispitze stellen. Gleichzeitig verteidigte sie ihre erneute Kandidatur damit, dass die Partei nach der geplanten Strukturreform Kontinuität brauche. Sie selbst würde sich auch nach einer Reform nicht zusätzlich zum Posten der Parteisprecherin um ein Parlamentsmandat bewerben, sagte sie dem Tagesspiegel.

Derzeit ist fraglich, ob der für den 17. März geplante Parteitag in Karlsruhe mit einer Satzungsänderung das Verbot aufhebt, neben einem Parteiamt auch ein Parlamentsmandat zu bekleiden. Kuhn und Künast wollen nur antreten, wenn sie ihre Abgeordnetensitze in Stuttgart und Berlin behalten dürfen. Radcke will auf jeden Fall kandidieren.

Der Rückzug Röstels wurde am Montag von zahlreichen Landesverbänden bedauert. Der stellvertretende nordrhein-westfälische Ministerpräsident Michael Vesper sagte: "Ich hoffe, dass Röstels Schritt als Signal verstanden wird, die Synergieeffekte zu nutzen und Abgeordnete als Vorstandssprecher zuzulassen". Mecklenburg-Vorpommerns Grünen-Sprecher Klaus-Dieter Feige forderte ein stärkeres Gewicht Ostdeutschlands im Bundesvorstand. Die dem linken Parteiflügel zugerechnete Fraktionssprecherin im Bundestag, Kerstin Müller, unterzeichnete unterdessen den Aufruf führender Grüner an die Delegierten des Karlsruher Parteitags.

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