Politik : Mehr Kinder besuchen eine Schule

Bonn - In vielen Ländern der Erde sind nach Ansicht der Unesco in den vergangenen Jahren die Bemühungen um Bildung mit Erfolg verstärkt worden. Insgesamt sei die Weltgemeinschaft „auf dem richtigen Weg“, das Ziel einer „Bildung für alle“ bis 2015 zu erreichen, bilanzierte die Unesco in ihrem neuen Weltbildungsbericht 2008, der am Freitag in Bonn vorgestellt wurde. Allerdings gebe es auch noch viele Defizite. Ein noch stärkeres Engagement der Regierungen für Bildung und eine Erhöhung der Entwicklungshilfe seien erforderlich. Der Bericht ist eine Halbzeitbilanz der bisherigen Fortschritte seit dem Weltbildungsforum in Dakar (Senegal) im Jahr 2000 mit dem dort verabschiedeten Aktionsplan.

Mängel gebe es vor allem in der frühkindlichen Förderung, bei der Erwachsenenalphabetisierung und in der Qualität der Bildung. Die Zahl der eingeschulten Kinder sei erheblich gestiegen. Mehr Mädchen als je zuvor besuchten eine Schule. 2005 besuchten 87 Prozent der Kinder weltweit im Grundschulalter eine Grundschule, vier Prozent mehr als 1999. Besonders hohe Zuwachsraten verzeichnete dabei Subsahara-Afrika (23 Prozent). Die Zahl der Kinder, die nicht zur Schule gehen, sank zwischen 1999 und 2005 von 96 Millionen auf 72 Millionen.

Regierungen und Geldgeber konzentrierten ihre Anstrengungen noch zu sehr auf die formale Grundschulbildung. Kinder aus armen und indigenen Bevölkerungsgruppen blieben stark benachteiligt, heißt es. 774 Millionen Erwachsene – oder jeder Fünfte – weltweit, könnten nach wie vor nicht lesen und schreiben, davon unverändert zwei Drittel Frauen. Nur China habe die Analphabetenzahl deutlich reduzieren können. dpa

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