Politik : Mehr Ruhe für süddeutsche Gemeinden

Bern (dpa/AP).

Bern (dpa/AP). Das nach monatelangen Beratungen zwischen Deutschland und der Schweiz ausgehandelte Abkommen über den Luftverkehr und die Lärmbegrenzung über Süddeutschland ist am Donnerstag in Bern unterzeichnet worden. Die Unterschriften leisteten der Direktor des Bundesamtes für Zivilluftfahrt der Schweiz, Andre Auer, und der deutsche Botschafter in der Schweiz, Reinhard Hilger. Eine erste Folge des neuen Vertrages ist, dass ab Freitag Süddeutschland eine um drei Stunden längere Nachtruhe hat. Ab dann gilt ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr. Kernpunkt des Abkommens ist die Reduzierung der Zahl der Anflüge über Süddeutschland nach Zürich von derzeit 154 000 auf unter 100 000 ab 2005. Das weitergehende Flugverbot an Wochenenden und an Feiertagen zwischen 20 und 9 Uhr soll zur Flugplanumstellung im Herbst 2002 wirksam werden. Dem neuen Abkommen waren kontroverse Verhandlungen vorausgegangen. Insgesamt wird nun ein über 20-jähriger Streit des Zürcher Flughafens mit süddeutschen Gemeinden wegen Fluglärmbelastung vorerst beigelegt. Schon seit 1980 gab es Klagen über zunehmende Fluglärmbelästigung durch den Flughafen Zürich. Seit 1998 wurde in fünf Verhandlungsrunden über eine Neuregelung einer Verwaltungsvereinbarung von 1984 gerungen. Im Mai 2000 kündigte die deutsche Regierung die Vereinbarung für Ende 2001. Um ihre Vorstellungen durchzusetzen, drohte die Bundesregierung im Dezember 2000 mit dem Erlass einer Verordnung.

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