Politik : Mehr Schutz für Bundeswehr in Afghanistan

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Berlin - Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) hat die Schutzmaßnahmen für die Bundeswehr in Afghanistan nach den neuerlichen Anschlägen verschärft. Deutsche Soldaten dürfen fortan nur noch geschützte Fahrzeuge benutzen, sagte Jungs Sprecher Thomas Raabe in Berlin. Ferner werde geprüft, ob die Zahl dieser Fahrzeuge erhöht und der Nachschub schnell in das Einsatzgebiet gebracht werden kann. Zudem würden Personal und Technik für Aufklärung und Überwachung in dem Gebiet verbessert. Jung machte aber zugleich deutlich: „Wir lassen uns nicht beirren und führen den Auftrag weiter konsequent durch.“ Die Linksfraktion forderte dagegen den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan.

In der Nacht zum Mittwoch waren bei einem Anschlag auf die Bundeswehr im nordafghanischen Kundus drei deutsche Soldaten leicht verletzt worden. Seit 10. Juni wurden fünf Angriffe auf die Bundeswehr im Norden des Landes verübt. Dabei wurden fünf deutsche Soldaten verletzt.

Der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Bernd Siebert (CDU), forderte in der hannoverschen „Neuen Presse“ gepanzerte Fahrzeuge wie Dingo I und Dingo II als Standard. Der Parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Christian Schmidt (CSU), sagte der „Leipziger Volkszeitung“, der Haushaltsausschuss habe die Mittel für 102 geschützte Fahrzeuge vom Typ Dingo II freigegeben. Aber: „Das sollten noch mehr werden.“ Der außenpolitische Sprecher der FDP- Fraktion, Werner Hoyer, forderte ein neues Nato-Konzept für Afghanistan. Die Strategie des „lächelnden deutschen Friedenssoldaten“ sei gescheitert, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Es konnte auf Dauer nicht gut gehen, neben Opiumfeldern Patrouille zu fahren, ohne dass die Nato das Riesenproblem Drogenanbau angeht.“ dpa

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