Politik : Mehr Zeit für Elternschaft: Neue Rechte, wenig Veränderung (Kommentar)

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Es ist unerfreulich, wenn man eine Sache wider Willen als vernünftig anerkennen muss. Das dritte Jahr Erziehungsurlaub können Eltern aufsparen und künftig bis zum achten Lebensjahr ihres Kindes nehmen. Zum Beispiel, wenn es zur Schule kommt. Einen Rechtsanspruch darauf räumt das neue Gesetz aber nicht ein. Bedauerlich, aber vernünftig. Jede Ausweitung von Erziehungsrechten ist für Mütter zweischneidig. Sie können nämlich zum Hindernis werden, wenn Arbeitgeber bei der Einstellung zwischen Frauen und Männern zu entscheiden haben. Erziehungsurlaub nimmt die Frau, nicht der Mann. So jedenfalls die Erwartung aller Chefs. Die ist leider unverändert realitätsnah: Weniger als zwei Prozent der Väter nehmen ihr Recht in Anspruch. Bei allem Wohlwollen für die Neuregelungen der rot-grünen Koalition: Es besteht wenig Hoffnung auf Veränderung. Beide Eltern können jetzt gemeinsame Erziehungszeiten mit Teilzeitarbeit nehmen - ein neuer Ansatz. Aber ein schwacher Hebel, solange Einkommen und Karriere-Erwartungen so verschieden sind.

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