Politik : Mehrere Pannen in Atomkraftwerken

Betreiber: Geringe sicherheitstechnische Bedeutung

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Philippsburg/Neckarwestheim (dpa). In den Atomkraftwerken Philippsburg und Neckarwestheim in Baden-Württemberg hat es in der vergangenen Woche erneut mehrere Pannen gegeben. In Block II in Philippsburg bei Karlsruhe löste zunächst ein Fehlsignal eine Schnellabschaltung des Reaktors aus. Zwei Tage später wurde im Zwischenkühlkreis eine interne Leckage in einem Probenahmekühler festgestellt, teilte die Betreibergesellschaft, die Energie Baden-Württemberg (EnBW), mit. Der Block des Atomkraftwerkes war am vergangenen Montag nach Abschluss einer mehrwöchigen Jahresrevision wieder ans Netz gegangen.

Im Block II des Gemeinschaftskernkraftwerks Neckar in Neckarwestheim bei Heilbronn wurde nach EnBW-Angaben während der Jahresrevision festgestellt, dass ein Einspeisungspfad im Zusatzboriersystem blockiert ist. Alle drei meldepflichtigen Ereignisse seien in die niedrigste Kategorie N (Normalmeldung) eingestuft worden, seien also „von geringer sicherheitstechnischer Bedeutung“, hieß es.

Nach einer Pannenserie und nicht ausreichend vorhandener Borsäurekonzentration in den Flutbehältern des Notkühlsystems im vergangenen Jahr war Block II des Atomkraftwerks Philippsburg auf Anordnung von Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) zehn Wochen lang vom Netz genommen worden. Im November stand Philippsburg nach einem Vorfall in Block I ein Wochenende lang komplett still. Durch die Abschaltungen entstand dem Betreiber nach eigenen Angaben 58 Millionen Euro Schaden.

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