Politik : Mehrere Tote bei Unruhen in Kairo

Kairo - Bei schweren, religiös motivierten Ausschreitungen sind am Sonntagabend im Zentrum von Kairo mindestens zwölf Menschen getötet worden. Drei Opfer seien Soldaten, teilte das ägyptische Gesundheitsministerium mit. Es waren die schwersten Auseinandersetzungen seit dem Aufstand gegen den früheren Präsidenten Hosni Mubarak. Rund 2000 koptische Christen hatten gegen muslimische Extremisten demonstriert, die vor anderthalb Wochen in der südlichen Provinz Assuan eine Kirche niedergebrannt hatten. Die Demonstranten gerieten vor dem Gebäude des staatlichen Fernsehens mit Bewohnern der umliegenden Wohnviertel und mit dem Militär aneinander.

Ministerpräsident Essam Scharaf verurteilte die Gewalt und sprach im sozialen Netzwerk Facebook von „vandalisierenden Kräften“. Ziel sei, Chaos im Land zu säen und religiöse Spannungen zu schüren. Die Randale begannen nach Berichten von Augenzeugen, als Demonstranten Steine auf Soldaten warfen, die das Fernsehgebäude schützen. Darüber hinaus seien mehrere Autos und Busse in Brand gesetzt worden. Die koptischen Demonstranten seien beschossen worden, als ihr Marsch den Platz vor dem Fernsehgebäude erreicht habe, berichteten Teilnehmer den Reportern der Webseite „almasryalyoum“. Zwei Panzerspähwagen der Armee seien außerdem mitten in die Menge gefahren, berichteten Augenzeugen. Dabei seien mehrere Demonstranten überrollt worden. Das Staatsfernsehen behauptete, die tödlichen Schüsse auf die Soldaten seien von Kopten abgegeben worden. In Ägypten kommt es immer wieder zu gewalttätigen Konflikten zwischen Kopten und Muslimen. dpa

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