Menschenrechte : Chinesischer Dissident aus Haft entlassen

Neun Jahre saß der 40-Jährige in Haft - wegen "konterrevolutionärer Propaganda und Aufwiegelei". Nun hat China den Dissidenten Liu Xianbin aus dem Gefängnis freigelassen.

Peking/HongkongDie chinesischen Behörden haben am Donnerstag nach Angaben von Menschenrechtlern einen prominenten Dissidenten aus langjähriger Haft entlassen. Mehr als neun Jahre nach dem Antritt seiner Strafe sei Liu Xianbin vorzeitig auf freien Fuß gesetzt worden, teilte das unabhängige "Informationszentrum für Menschenrechte und Demokratie" in Hongkong mit. Der 40-Jährige war zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Wegen guter Führung und seiner freiwilligen Arbeit als Anstaltslehrer habe man Liu frühzeitig entlassen.

Der Aktivist war ursprünglich wegen Mitgliedschaft in der verbotenen Demokratischen Partei Chinas verurteilt worden. Bereits zwischen 1991 und 1993 hatte er nach der Gründung einer nicht genehmigten Zeitschrift wegen "konterrevolutionärer Propaganda und Aufwiegelei" im Gefängnis gesessen. Liu nahm auch an den Protesten auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking teil, die das chinesische Militär 1989 blutig niederschlug. Menschenrechtler schätzen, dass in China rund 2200 politische Gefangene in Haft sind. (mhz/dpa)

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