Menschenrechte : Rotes Kreuz wertet US-Terrorverhöre als Folter

Schläge, Schlafentzug, simuliertes Ertrinken: In den Geheimgefängnissen des US-Geheimdiensts CIA sind Terrorverdächtige laut einem vertraulichen Bericht des Roten Kreuzes regelmäßig der Folter ausgesetzt worden.

WashingtonDas Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat die Behandlung von Häftlingen in Gefängnissen des US-Geheimdienstes CIA als Folter bezeichnet. Die Gefangenen seien in CIA-Obhut "grausam, unmenschlich und entwürdigend" behandelt worden, heißt es in einem 2007 vom IKRK erstellten Geheimbericht, aus dem am Montag die "Washington Post" zitierte. Der Bericht basiert auf den Erkenntnissen, die IKRK-Mitarbeiter bei von der CIA gebilligten Gesprächen mit Insassen gewonnen hatten.

Die Gefangenen berichteten dem Dokument zufolge übereinstimmend von Schlägen, Schlafentzug, Fesselungen, extremer Kälte und in einigen Fällen von simuliertem Ertrinken ("Waterboarding"). Diese Behandlung "stellt Folter dar", wie sie in den Genfer Konventionen verboten sei, heißt es in dem IKRK-Bericht. Einige Gefangene hätten berichtet, dass sie tagelang gefesselt hätten stehen müssen, wobei ihnen eine Windel angelegt worden sei.

Das IKRK weist in dem Bericht darauf hin, dass die Angaben auf nicht nachprüfbaren Aussagen der Gefangenen selbst beruhten. Das Rote Kreuz hatte seine Befunde laut "Washington Post" der damaligen US-Regierung und der CIA vorgelegt. Der Bericht sei nicht veröffentlicht worden, weil das IKRK eine Politik der Neutralität in Konflikten verfolgt. (mhz/AFP)

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