Menschenrechte : Sarkozy distanziert sich von Merkels Afrika-Kritik

Bundeskanzlerin Merkel fand auf dem EU-Afrika-Gipfel scharfe Worte zum Thema Menschenrechte. Nicolas Sarkozy setzt andere Akzente. "Ich kritisiere keine Freunde", sagte der französische Staatspräsident.

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Nicht immer Seit an Seit: Angela Merkel und Nicolas Sarkozy. -Foto: AFP

HamburgFrankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat sich einem Medienbericht zufolge von den klaren Aussagen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu Menschenrechtsverletzungen in Afrika abgesetzt. Wie das Magazin "Spiegel" in seiner jüngsten Ausgabe berichtet, sagte Sarkozy am Rande des EU-Afrika-Gipfels zu Merkels offener Kritik an der Menschenrechtspraxis afrikanischer Staaten wie Simbabwe: "Ich kritisiere nicht die anderen, insbesondere keine Freunde. Frau Merkel macht die Außenpolitik, die sie richtig findet, und so hat sie ja auch ihre Rede gehalten."

Die Kanzlerin hatte in ihrer Gipfelrede in Lissabon gesagt: "Der jetzige Zustand von Simbabwe schadet dem Bild des neuen Afrikas." Damit beschwor sie die Kritik mehrerer afrikanischer Staatschefs sowie des simbabwischen Präsidenten Robert Mugabe herauf. Merkel war zuvor von ihren europäischen EU-Partnern ausdrücklich gebeten worden, in ihrer Gipfelrede auf die Menschenrechte einzugehen. Sarkozy distanzierte sich auch nicht inhaltlich von den Aussagen Merkels. "Im wesentlichen" sei er damit einverstanden. "Aber es steht den Afrikanern zu - und nicht uns - zu entscheiden, wer sie vertritt."

Sarkozys Umgang mit afrikanischen Herrschern ist selbst in der eigenen Regierung umstritten: Vorige Woche war er von der französischen Menschenrechtsbeauftragten Rama Yade kritisiert worden, weil er den libyschen Staatschef Muammar al Gaddafi im Elysée-Palast empfing. Im Wahlkampf hatte Sarkozy noch ein kompromissloses Eintreten für die Menschenrechte versprochen. (mist/AFP)

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