Menschenrechte : US-Geheimdienstchef: "Waterboarding" ist Folter

Der amerikanische Geheimdienstdirektor Mike McConnell hat die umstrittene Verhörmethode des simulierten Ertrinkens erstmals als Folter bezeichnet. Im gleichen Atemzug verteidigte er das Vorgehen der CIA.

Washington"Waterboarding wäre qualvoll", sagte McConnell in einem Interview mit der Zeitschrift "New Yorker". "Wenn mir Wasser in die Nase laufen würde, oh Gott, ich kann mir gar nicht vorstellen, wie schmerzhaft das wäre! Ob es für andere Folter wäre oder nicht, für mich wäre es Folter", sagte der Geheimdienstchef. Seine persönliche Definition der Folter wäre, "etwas, das qualvolle Schmerzen hervorruft".

Der Einsatz brutaler Verhörmethoden durch US-Geheimdienste vor allem bei Terrorismus-Verdächtigen hat in den USA eine heftige Kontroverse ausgelöst. Der US-Auslandsgeheimdienst CIA hatte im Dezember eingeräumt, Videoaufnahmen von Verhören zerstört zu haben. Kritiker mutmaßen, dass der Einsatz von Foltermethoden durch US-Agenten dadurch vertuscht werden soll. Justizminister Michael Mukasey ordnete am 2. Januar eine Untersuchung des Vorgangs an. Die CIA macht geltend, die Aufnahmen seien zerstört worden, um die beteiligten Agenten zu schützen.

McConnell bestritt in dem Interview mit dem "New Yorker", dass die US-Behörden die harschen Verhörmethoden gutgeheißen hätten. Er betonte zugleich, dass das Vorgehen der CIA "bedeutende" Informationen zutage gebracht habe. "Haben wir dadurch bedeutende Informationen bekommen? Aber hallo! Tonnenweise! Werden dadurch Leben gerettet? Tonnenweise. Wir haben unglaubliche Informationen bekommen", sagte der Geheimdienstdirektor. Trotz seiner Aussage, er persönlich würde "Waterboarding" als Folter empfinden, wollte McConnell diese Einschätzung nicht offiziell vornehmen. Vielmehr betonte er: "Wir foltern nicht." (feh/AFP)

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