Politik : Menschenrechtler aus Indonesien vergiftet

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Jakarta Der indonesische Menschenrechtler Munir, der im Jahr 2000 mit dem alternativen Nobelpreis ausgezeichnet worden war, ist vergiftet worden. Bei der Autopsie der Leiche fanden Mediziner Spuren von Arsen. Munir war im September während eines Fluges in die Niederlande gestorben, wo die Leiche untersucht wurde. Indonesiens Regierung erhielt den Autopsiebericht am Donnerstag und leitete ihn an die Polizei weiter. „Die Arsenwerte waren höher als normal, wir ermitteln“, sagte ein Polizeisprecher dem Tagesspiegel. „Die Dosis war tödlich, mein Mann wurde vergiftet“, sagte Munirs Witwe Suciwati.

Der Jurist Munir hatte unter Militärherrscher Suharto Arbeitern, Gewaltopfern und Angehörigen verschwundener Bürgerrechtler geholfen. Seit dem Sturz des Suharto-Regimes 1998 setzte Munir sich für eine rechtliche Aufarbeitung der Vergangenheit und für eine zivile Kontrolle des Militärs ein. Vor drei Jahren war vor seinem Elternhaus eine Bombe gefunden worden. mkb

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