Politik : Menschenrechtler nach Mordaufruf in Uganda getötet

Berlin - Nach der Ermordung des ugandischen Menschenrechtsaktivisten David Kato haben die Europäische Union, die USA und die Vereinten Nationen die Regierung in Kampala aufgefordert, das Leben und die Rechte von Angehörigen sexueller Minderheiten zu schützen. Die ugandische Polizei will jedoch keinen Zusammenhang mit Katos Kampagne gegen eine weitere Verschärfung der Homosexuellengesetze und dem Mord erkennen. Die Polizei spricht von einem Raubmord.

Bei der Beerdigung Katos in seinem Heimatdorf Namirembe kam es am Freitag zum Eklat. Der Pfarrer bezeichnete die schwulen und lesbischen Trauergäste als „Sünder“, die vernichtet werden sollten. „Die Mitglieder der Gruppe, zu der Kato gehörte, sollten bereuen und zu Gott zurückkehren“, sagte der anglikanische Priester. Als es zu einem heftigen Wortwechsel kam, wurde der Priester von Einwohnern unterstützt. Kato war am Mittwoch mit zwei Hammerschlägen auf den Kopf in seinem Haus in Kampala getötet worden. Im vergangenen Jahr hatte ihn die Boulevardzeitung „Rolling Stone“ auf der Titelseite mit Adresse abgebildet. Daneben stand die Aufforderung: „Hängt sie!“. Kato hatte gegen diese Veröffentlichung geklagt und am 3. Januar vor dem Verfassungsgericht recht bekommen. In Uganda ist Homosexualität verboten. deh/dpa

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