Politik : Menschenrechtlerin nennt Usbekistan ein Gefängnis

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Nürnberg Die Usbekin Tamara Chikunova ist am Sonntag mit dem Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis ausgezeichnet worden. Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) betonte in der Nürnberger Oper, die Gründerin der Organisation „Mütter gegen Todesstrafe und Folter“ habe mit ihrem unermüdlichen Einsatz dazu beigetragen, dass Opfer von Menschenrechtsverletzungen nicht vergessen würden und die Todesstrafe in Usbekistan abgeschafft werde.

Dabei habe sie sich durch Drohungen nie einschüchtern lassen und Öffentlichkeit für die Menschenrechtsverletzungen in ihrem Land geschaffen.

Die 1948 geborene Usbekin hatte die Organisation „Mütter gegen Todesstrafe und Folter“ gegründet, nachdem im Juli 2000 ihr Sohn in Usbekistan hingerichtet worden war. Er war den Angaben zufolge zu Unrecht beschuldigt worden, zwei Menschen umgebracht zu haben.

Nach Einschätzung von Tamara Chikunova ist Usbekistan ein „großes Gefängnis“. Die Regierung von Ministerpräsident Islam Karimov mache vor allem Regime-Kritikern und Verteidigern elementarer Grundrechte das Leben zunehmend unerträglich, kritisierte die Gründerin der Organisation „Mütter gegen Todesstrafe und Folter“.

Besonders nach dem Massaker in der Stadt Andischan im Mai, als die Polizei unkontrolliert in eine friedlich demonstrierende Menge geschossen habe, sei der Druck auf Journalisten, Intellektuelle und Menschenrechts-Aktivisten gewachsen, sagte die 57-Jährige. Sie stehe unter massivem Druck der Behörden. Seit Jahren leide sie unter Polizei-Schikanen. ddp/dpa

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