Menschenrechtsverbrechen : Chile lehnt Fujimoris Auslieferung ab

Überraschend hat die chilenische Justiz eine Auslieferung des früheren peruanischen Präsidenten Fujimori an sein Heimatland abgelehnt. Ihm wird unter anderem die Ermordung von 25 Zivilisten vorgeworfen.

Fujimori
Der frühere peruanische Präsident Alberto Fujimori. -Foto: AFP

Santiago de ChileDie chilenische Jusitz hat überraschend die Auslieferung des früheren peruanischen Präsidenten Alberto Fujimori an sein Heimatland abgelehnt. Die peruanische Justiz wollte dem 68-Jährigen wegen schwerer Menschenrechtsverbrechen während seiner zwei Amtszeiten (1990-2000) den Prozess unter anderem wegen Mordes an 25 Zivilisten machen.

Der Richter am Obersten Gerichtshof Chiles, Orlando Álvarez, lehnte die Auslieferung jedoch mit der Begründung ab, die meisten der Fujimori in Peru zur Last gelegten Verbrechen seien im chilenischen Rechtssystem nicht vorgesehen. Auch sei die mögliche Beteiligung Fujimoris an den Verbrechen nicht nachgewiesen worden.

Fujimori hatte sich 2000 noch als peruanischer Präsident angesichts zahlreicher Korruptionsaffären während einer Auslandsreise nach Japan abgesetzt. Dort war er wegen seiner japanischen Staatsbürgerschaft vor einer Auslieferung sicher. Am 6. November 2005 tauchte er aber überraschend in Chile auf und wurde wegen eines internationalen Haftbefehls Perus festgenommen. (mit dpa)

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