Politik : „Menschenverachtend“

Familienministerin rügt JU-Chef für Vorstoß, bei Alten zu sparen

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Berlin (mfk/rvr/uwe). Die Kontroverse um die Äußerungen des JungeUnion-Chefs Philipp Mißfelder verschärft sich. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) nannte die Vorstellungen Mißfelders, wonach 85-Jährige keine Hüftgelenke auf Kosten der Solidargemeinschaft mehr bekommen sollen, „unethisch“. Es sei eine Errungenschaft des Sozialstaates, dass jeder unabhängig von Alter und Einkommen jede medizinisch notwendige Leistung bekomme, sagte Schmidt. Familienministerin Renate Schmidt (SPD) warf Mißfelder „menschenverachtende Polemik“ vor.

Die Unions-Abgeordnete Katherina Reiche sagte, der Ton in dieser notwendigen Debatte dürfe „nicht zu scharf“ werden. Die Solidarität der Generationen habe Deutschland groß gemacht. „Solidarität und Verantwortung gelten dabei von Jung für Alt, aber auch von der heutigen für die künftigen Generationen“, sagte Reiche. Von der Aussage, die ältere Generation konsumiere auf Kosten der Jüngeren, distanzierte sie sich ausdrücklich.

Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg Braun, lehnt eine Zwei-Klassen-Medizin entschieden ab. „Das Prinzip der Krankenversicherung lautet: Alle für einen und einer für alle – unabhängig vom Alter“, sagte er dem Tagesspiegel. Allerdings sei völlig klar, dass steigende Beiträge zu den Sozialversicherungen „den Generationenkonflikt in der Tat schüren“. Daniel Bahr, Chef der Jungen Liberalen, kritisierte Mißfelders Vorstöße als „weder praktikabel noch zielführend“.

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