Politik : Merkel bietet dem Iran weiterhin Gespräche an

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Kuwait - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ein positives Fazit ihrer Bemühungen gezogen, bei arabischen Partnern Europas für ein Bündnis im Nahostkonflikt zu werben. „Ich habe gespürt, dass wir alle gemeinsam an der Lösung dieses Konflikts arbeiten wollen“, sagte die amtierende EU-Ratspräsidentin zum Abschluss ihrer viertägigen Reise.

Im Atomstreit mit dem Iran bekräftigte sie die Gesprächsbereitschaft der internationalen Gemeinschaft. Trotz der im Weltsicherheitsrat beschlossenen Sanktionen „ist es so, dass die Tür für Gespräche offen bleibt“, sagte Merkel, die Ägypten, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait besucht hatte. Eine militärische Option komme nicht in Frage. In der Iranfrage sagte die Kanzlerin weiter, es sei enttäuschend, dass das Land auf die vielen Angebote nie schlüssig geantwortet habe. Voraussetzung für Gespräche sei aber, dass Fortschritte im Verhalten Irans erkennbar sein müssten. Dies sei im vergangenen Jahr leider nicht der Fall gewesen. Sie hoffe, dass auf iranischer Seite die Vernunft zurückkehre. Der kuwaitische Ministerpräsident Scheich Nasser al Sabah sprach sich für Verhandlungen mit Teheran ohne Vorbedingungen aus.

Zum Abschluss der Reise gab Merkel erstmals einem arabischen Sender ein Interview. Merkel sprach mit Al Arabija, der von Saudi-Arabien gesteuert wird und als prowestlich gilt. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hatte während seiner USA-Reise zum Nahostquartett sogar mit der Konkurrenz von Al Dschasira gesprochen. Merkel warb in Kuwait zudem für mehr Investitionen in Deutschland. Kuwait ist mit 7,1 Prozent am Stuttgarter Autokonzern Daimler-Chrysler beteiligt. dpa/AFP

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