Politik : Merkel hält sich Antritt bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern offen

Zwei Jahre vor der nächsten Bundestagswahl ist in der Union die Debatte um die Kanzlerkandidatur voll entbrannt. Führende CSU-Politiker warnten die CDU davor, sich vorzeitig auf Angela Merkel als Kanzlerkandidatin festzulegen und brachten erneut Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Edmund Stoiber ins Gespräch. Dieser hatte wiederholt betont, er sehe seine politische Zukunft in Bayern. Generalsekretärin Merkel schloss nicht aus, 2002 als Spitzenkandidatin bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern anzutreten. Dort ist sie CDU-Landeschefin.

CSU-Landesgruppenchef Michael Glos sagte der "Welt am Sonntag", die bevorstehende Wahl von Merkel zur CDU-Vorsitzenden bedeute "keine Vorentscheidung" für die Kanzlerkandidatur. Die Entscheidung müsse "im Licht der Erkenntnisse Anfang des Jahres 2002" getroffen werden. Ähnlich hatte sich Merkel bereits selbst geäußert. Der rechtspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Norbert Geis (CSU), sagte: "Wenn die Entscheidung ansteht, werden noch andere Namen eine Rolle spielen, auch der von Stoiber." Ex-Entwicklungsminister Carl-Dieter Spranger (CSU) nannte die Kandidatendiskussion Unfug.

Merkel schloss im NDR eine Kandidatur für das Amt der Ministerpräsidentin nicht aus. Sie wolle sich auch im Falle ihrer Wahl zur CDU-Bundesvorsitzenden weiter aktiv an der Arbeit der CDU in Mecklenburg-Vorpommern beteiligen. Bei einer Umfrage des Bonner Dimap-Institutes lag Merkel in der Wählergunst vor allen anderen Politikern. 74 Prozent der Befragten können sich zudem vorstellen, dass sie als Kanzlerkandidatin der Union antritt. Wäre an diesem Sonntag Bundestagswahl, könnte die SPD mit 40 Prozent der Stimmen rechnen, die Union mit 33 Prozent, hieß es.

Mit Merkel als CDU-Vorsitzenden wird die Partei in Ostdeutschland nach einer Umfrage des Leipziger Instituts für Marktforschung viele Sympathien gewinnen. 32 Prozent der Befragten gaben an, Merkel werde ihnen die Partei sympathischer machen. Vier von zehn Ostdeutschen erwarten, dass mit ihr die deutsche Einheit entscheidend vorankommt.

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