Politik : Merkel steht zu Spaniens Premier Rajoy

Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihrem von Korruptionsvorwürfen bedrängten spanischen Kollegen Mariano Rajoy Unterstützung bei seinem Reformkurs zugesichert. Sie habe große Hochachtung und Bewunderung für das, was in Spanien auf den Weg gebracht worden sei, sagte Merkel am Montag nach einem Gespräch mit dem Ministerpräsidenten in Berlin. Sie sprach von einem vertrauensvollem Verhältnis. „Wir werden auch weiter gut zusammenarbeiten.“ Rajoy wies die Korruptionsvorwürfe gegen ihn erneut als falsch zurück. Zugleich machte er erste Erfolge bei der Sanierung seines Landes geltend.

Allerdings kamen wieder triste Meldungen vom Arbeitsmarkt. Die Zahl der Erwerbslosen stieg im Januar auf fast fünf Millionen - gut 130 000 mehr als im Vormonat. Die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone steckt weiter in einer tiefen Rezession. An den Finanzmärkten führten auch die anhaltenden Korruptionsvorwürfe gegen Rajoy dazu, dass sich der Euro nach seinen jüngsten Höchstkursen fiel. Rajoy verwies auf erste Erfolge seines Reformkurses, auch wenn die Bürger das am Arbeitsmarkt noch nicht zu spüren bekämen. So sinke das Staatsdefizit, die Leistungsbilanz verbessere sich, in der Handelsbilanz habe man einen Überschuss. „Wir haben sehr, sehr gute außenwirtschaftliche Daten“, erklärte er auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Merkel. Ausländische Investoren kehrten in das Land zurück und investierten auch wieder in spanische Staatsanleihen.

Rajoy kündigte die Fortsetzung der Reformen an. Noch im Februar will er Schritte zu Förderung des Wachstums ergreifen – und die hohe Jugendarbeitslosigkeit angehen. Dabei sicherte ihm Merkel Unterstützung zu. rtr

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