Politik : Merkel wundert sich über Berater

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Berlin - Die designierte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hält die öffentliche Distanzierung ihres künftigen außenpolitischen Beraters Christoph Heusgen von im Koalitionsvertrag verabredeten Zielen offenbar für verfehlt. Dies hat die CDU-Politikerin nach Angaben aus SPD-Kreisen den künftigen Außenminister Frank Walter Steinmeier (SPD) wissen lassen.

Der künftige Leiter der Abteilung Außenpolitik im Kanzleramt, Heusgen, hatte in einem Interview das Ziel eines ständigen deutschen Sitzes im UN-Sicherheitsrat als Illusion bezeichnet. Dagegen heißt es im Koalitionsvertrag, Deutschland bleibe bereit, als ständiges Mitglied Verantwortung zu übernehmen. Perspektivisch strebe die Regierung einen ständigen Sitz der EU in dem Gremium an. Die Attacke hatte bei SPD-Außenpolitikern für Verärgerung gesorgt. Auch Steinmeier kritisierte Heusgen am Freitag. Es stelle sich die Frage, ob dieser „sich einen Gefallen getan hat“, sagte er. In Unionskreisen hieß es, Heusgen selbst sei unglücklich über das Interview, das er vor Abschluss der Vereinbarung zur Außenpolitik gegeben habe. Steinmeier kündigte an, er wolle noch 2005 in die USA reisen. Auch werde er Merkel auf ihrer ersten Reise nach Paris und Brüssel begleiten. Neuer Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag wird nach Angaben aus Unionskreisen der CDU-Abgeordnete Ruprecht Polenz. Der frührere CDU-Generalsekretär gilt auch in der SPD als ein sachkundiger und unpolemischer Außenpolitiker. hmt

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