Politik : Merkels Team: Wer steht für Wirtschaft und Finanzen?

Robert Birnbaum

Berlin - Unionskanzlerkandidatin Angela Merkel will Mitte nächster Woche mit der Vorstellung ihres „Kompetenzteams“ die heiße Wahlkampfphase beginnen. In der Union wird damit die Hoffnung verbunden, aus der allseits als verunglückt empfundenen Startphase wieder stärker in Vorderhand zu kommen. Er glaube, dass von der Mannschaft ein „kleiner Schub“ ausgehen werde, sagt am Dienstag CSU-Landesgruppenchef Michael Glos – der ansonsten zu Angela Merkels zurückliegenden Wochen lieber nichts sagen will: „Ich bin nicht hier, um zu kritisieren.“

Wie der „kleine Schub“ aussehen soll, ist allerdings auch in der Führung der Schwesterparteien noch nicht klar. An dem, was bisher vom „Kompetenzteam“ erkennbar ist, fallen vor allem zwei prominente Leerstellen auf: Friedrich Merz und Horst Seehofer, starke Stützen noch im Team des Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber 2002, sind draußen vor. Nur drei aus Stoibers Achter dürften auch in Merkels Mannschaft wieder dabei sein: CDU-Vize Annette Schavan für die Bildung, Wolfgang Schäuble fürs Auswärtige im weiteren Sinne und Bayerns Innenminister Günther Beckstein als Gegenpol zu Otto Schily in der Innenpolitik. Zweiter CSU-Beitrag zum Team – abgesehen von Stoiber selbst, der sich aber als CSU-Chef Allzuständigkeit ausbedungen hat, und dem Generalisten Glos – dürfte Gerda Hasselfeldt für Landwirtschaft und Verbraucherschutz werden.

Von CDU-Seite gelten zwei Landespolitiker als gesetzt: Saar-Ministerpräsident Peter Müller, der die Arbeitsmarktpolitik abdecken könnte, und die niedersächsische Sozialministerin Ursula von der Leyen. Obwohl die Mannschaft ausdrücklich kein Schattenkabinett sein soll, dürften beide später auch tatsächlich für Ministerposten in Frage kommen. Unklar ist ausgerechnet, wer die zentralen Themen des Unionswahlkampfs repräsentieren soll: Wirtschaft und Finanzen. Da Stoiber sich nicht festlegen will, ob er überhaupt nach Berlin kommen würde, fällt der CSU-Chef als Merkels Chefsanierer im Wahlkampf aus. Als Kandidat für Wirtschaftskompetenz galt lange Ex-Siemens-Chef Heinrich von Pierer. Gegen ihn spricht, dass Siemens unter seiner Führung sehr viele Arbeitsplätze ins Ausland verlagert hat.

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