Politik : Merz: Schäuble ist Favorit

Vorschlag für Rau-Nachfolge / Waffenhändler Schreiber droht

Robert von Rimscha

Berlin. Alle bekannten Unions-Kandidaten für die Nachfolge von Johannes Rau haben sich nun öffentlich geäußert, vor frühen Festlegungen gewarnt und eigene Ambitionen offen gelassen. Am Dienstag sagte Bernhard Vogel, Kandidaten dürften nicht zerredet werden. Der Agentur ddp sagte Vogel, für das Bellevue „bewirbt man sich nicht“. Sowohl Vogel als auch Erwin Teufel sagten, es gehe um Eignung, nicht ums Geschlecht. CDU-Vize Annette Schavan rügte, dass in der SPD offenbar Männer beschlössen, wann eine Frau Bundespräsidentin werden soll.

CSU-Landesgruppenchef Michael Glos sagte in Berlin, der angestrebte gemeinsame Kandidat von CDU/CSU und FDP werde „mit großer Wahrscheinlichkeit jemand aus der Union“ sein. Es sei ein „natürlicher Vorgang“, wenn die stärkste politische Kraft das Staatsoberhaupt stelle. Entscheidend sei, dass ein Unions-Kandidat Erfolg in der Bundesversammlung habe. Fraktionsvize Friedrich Merz sagte, dass „alles auf Wolfgang Schäuble“ zulaufe. Der Waffenhändler Karlheinz Schreiber drohte von Kanada aus mit neuen Enthüllungen, sollte Schäuble antreten. Es gebe „eine Menge Material“, das er zur Verfügung stellen könne, behauptete Schreiber.

In der FDP war zu hören, man nehme Schreiber ernst. Dabei gehe es nicht um die Stichhaltigkeit seiner Vorwürfe, sondern um mögliche endlose Debatten über seine Anschuldigungen, sollte Schäuble Bundespräsident werden.

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