Politik : Mexiko: Der neue Staatspräsident will Konflikt in Chiapas beilegen

Rolf Obertreis

Der neue mexikanische Staatspräsident Vicente Fox Quesada will den Konflikt in der Krisenregion Chiapas so schnell wie möglich beilegen. "Unser Ziel ist ein Friedensabkommen mit den Zapatisten", sagte Fox am Montag vor 300 Unternehmern in Frankfurt. Die Regierung habe bereits Teile des Militärs aus der Region abgezogen, Kontrollflüge eingestellt und befasse sich mit der Frage der politischen Gefangenen. Der Bevölkerung in Chiapas sichert der Präsident die Integration bei Respektierung ihrer Kultur, Tradition und ihrer politischen Vorstellungen zu. Fox erwartet jetzt allerdings auch Bewegung auf Seiten der Zapatisten. "Auch sie müssen kompromissbereit sein." Die Zapatisten, die einen Marsch auf die Hauptstadt planen, seien in Mexiko-Stadt herzlich willkommen. "Die Zapatisten sind eingeladen, bei den Debatten über politische Reformen in Mexiko mitzureden". Fox stellte die Friedensbereitschaft seiner Region im Chiapas-Konflikt in Frankfurt in den Vordergrund seiner Ausführungen, weil er vor allem deutsche Mittelständler auch mit dem Hinweis auf die politische Stabilität in sein Land locken will. Die Wirtschaft Mexikos soll 2001 um 4,5 Prozent wachsen. Mögliche Dämpfer durch das schwächere Wachstum in den USA will Fox durch stärkere Wirtschaftsbeziehungen zu Europa kompensieren. Fox traf auch mit Wim Duisenberg, dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank, und mit dem hessischen Ministerpräsident Roland Koch (CDU) zusammen.

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