Migration : Asylbewerberzahlen erneut rückläufig

Innenminister Schäuble sieht es als Erfolg im Kampf gegen den Asylmissbrauch: 2006 sind knapp 30 Prozent weniger Asylanträge eingegangen als 2005. Als Asylberechtige anerkannt wurden ganze 251 Personen.

Berlin - Die Asylbewerberzahlen sind auch 2006 deutlich gesunken. Wie das Bundesinnenministerium mitteilte, beantragten 21.029 Ausländer Asyl in Deutschland. Das waren 7885 Anträge oder 27,3 Prozent weniger als 2005. Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) wertete dies als Zeichen dafür, dass "Asylzugang als Zuwanderungsproblem zumindest quantitativ stark an Bedeutung verloren hat".

Nicht zuletzt die fortschreitende europäische Zusammenarbeit - etwa bei der Bekämpfung des so genannten Asylmissbrauchs - in der EU habe zu sinkenden Asylbewerberzahlen geführt. So sei nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR im ersten Halbjahr 2006 die Zahl der Asylanträge auch EU-weit um 21 Prozent zurückgegangen.

Hauptherkunftsländer waren im Jahr 2006 Serbien und Montenegro (zusammen 3237 Anträge), Irak (2117) und die Türkei (1949). Auch viele Menschen aus Russland (1040), Vietnam (990), Iran (611), Syrien (609), Libanon (601) und Afghanistan (531) beantragten in Deutschland Asyl.

0,8 Prozent der Anträge wurden anerkannt

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge entschied im gesamten Jahr 2006 über 30.759 Asylanträge. Es wurden dabei 251 Personen oder 0,8 Prozent als Asylberechtigte anerkannt, weitere 1097 erhielten einen Abschiebeschutz. 18.384 Anträge wurden abgelehnt, 11.027 Anträge erledigten sich anderweitig.

Die Arbeitsgemeinschaft Pro Asyl wertete die Jahresbilanz 2006 als "Dokument deutscher Verantwortungslosigkeit". Die Statistik belege, dass Deutschland seinen Verpflichtungen im internationalen Flüchtlingsschutz in keiner Weise mehr nachkomme. Als Zufluchtsland für Flüchtlinge scheide Deutschland weitgehend aus. (tso/ddp)

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