Migration : Schockkampagne soll Afrikanern Auswanderung nach Europa verleiden

Nicht willkommen: Die EU zeigt derzeit in Zentralafrika einen Film, der potenziellen Einwanderern unmissverständlich klar macht, wo die Reise nach Europa endet: Ohne Arbeit unter der Brücke.

Zürich/DüsseldorfDie Europäische Union und die Schweiz haben nach einem Bericht des "Handelsblattes" in afrikanischen Ländern eine Abschreckungskampagne gestartet, um die Menschen dort vom Auswandern Richtung Europa abzuhalten. Wie ein Sprecher des Migrationsamtes in Bern dem Blatt bestätigte, ist dazu unter der Regie und auf Anregung des Schweizer Bundesamts für Migration in den vergangenen Monaten ein Film produziert worden, der derzeit in Kamerun und Nigeria ausgestrahlt wird. Demnächst soll er auch im Kongo zu sehen sein. Seine unmissverständlich Botschaft an die Zuschauer lautet: Bleibt zu Hause, Europa ist nicht der Kontinent, wo Milch und Honig fließen.

Die Filmbilder sprechen eine deutliche Sprache: Ein Telefon klingelt. Irgendwo in einer behaglich eingerichteten Wohnung hebt ein älterer Herr, ein Farbiger, den Hörer ab und hat seinen Sohn an der Strippe, der im strömenden Regen von einem öffentlichen Telefon aus anruft. "Hast Du eine Unterkunft gefunden?", fragt der Vater. "Ja, bei Freunden", antwortet der Sohn, worauf ein schmutziges Lager unter der Brücke eingeblendet wird. In dem Stil geht es weiter, eine Minute und 48 Sekunden lang. Der Kurzfilm lief auch während der Halbzeitpause des Fußball-Länderspiels zwischen der Schweiz und Nigeria im staatlichen Fernsehen des afrikanischen Landes. (mit dpa)

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