Politik : Militärchef radikaler Palästinenser getötet

Israel weist Verantwortung zurück / USA warnen Hamas: Keine Finanzhilfe aus Iran annehmen

-

Gaza - Bei einer Explosion in seinem Auto ist am Mittwoch im Gazastreifen der Militärchef der radikalen Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad getötet worden. Von palästinensischer Seite war die Rede von einer gezielten Tötung des 34 Jahre alten Chaled Dahduh durch die israelische Luftwaffe. Augenzeugen berichteten, ein unbemanntes Flugzeug habe eine Rakete abgefeuert, das Fahrzeug sei explodiert, kurz nachdem Dahduh einstieg. Eine israelische Armeesprecherin dementierte dies jedoch. Die Luftwaffe habe nichts mit der Explosion zu tun.

Der Islamische Dschihad hatte sich zu einer Reihe von Raketenangriffen auf israelische Grenzorte in den vergangenen Tagen bekannt. Israel hatte daraufhin eine Intensivierung der gezielten Tötungen militanter Palästinenser beschlossen. Im Westjordanland erschossen bewaffnete Palästinenser am Mittwoch einen Israeli. Der israelische Rundfunk meldete, zwei maskierte Männer hätten an einer Tankstelle südlich von Nablus das Feuer auf einen Lastwagenfahrer eröffnet. Die Angreifer konnten entkommen. Der militärische Fatah-Arm Al-Aksa-Brigaden in Nablus bezichtigte sich der Tat.

Die US-Regierung warnte die bei den Wahlen siegreiche Hamas-Bewegung davor, Finanzhilfe aus Iran anzunehmen. Damit würde die radikalislamische Gruppe deutlich machen, dass sie keine Absicht habe, dem Terror abzuschwören, sagte der Sprecher des US-Außenamts, Adam Ereli. „Wenn sie ihre Füße ins das Lager des Terrors stellen wollen – fein. 250 Millionen (Dollar) vom führenden Terrorunterstützer anzunehmen, würde ein ziemlich klares Signal aussenden“, sagte Ereli. Er reagierte damit auf Berichte, dass Teheran Hamas 250 Millionen Dollar Unterstützung angeboten habe. dpa

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar