Politik : Militärputsch in Thailand gefordert

Bangkok - Nach den Straßenschlachten in Bangkok Anfang der Woche hat sich die innenpolitische Lage in Thailand am Freitag weiter zugespitzt. Ein gerade zurückgetretener Vizeregierungschef forderte offen einen Militärputsch. Die Staatsanwaltschaft beantragte beim obersten Gericht ein Verfahren zur Auflösung der Regierungspartei.

„Ich sehe als Ausweg nur einen Putsch“, sagte der General a. D., Chavalit Yongchaiyudh, der „Bangkok Post“. „Nach einem Einschreiten des Militärs sollte eine Übergangsregierung gebildet werden, in der alle Parteien vertreten sind.“ Chavalit war nach den blutigen Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten zurückgetreten. Er hatte zuvor vergeblich versucht, mit dem außerparlamentarischen Oppositionsbündnis PAD über eine Lösung der Krise zu verhandeln. Die PAD hält seit Ende August den Regierungssitz besetzt und will die Regierung stürzen, die sie für ein Marionettenregime hält, das heimlich vom früheren Regierungschef Thaksin Shinawatra geführt werde.

Die PAD-Anführer stellten sich am Freitag den Behörden, nachdem der Vorwurf des Hochverrats gegen sie aufgehoben worden war. Sie müssen sich wegen illegaler Demonstrationen verantworten. Die Männer wurden auf Kaution freigelassen und kündigten sofort neue Großdemonstrationen an. dpa

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