Politik : Milleniumsgipfel: Das ist der Gipfel: Durcheinander des Jahrtausends

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Als rote Balken blinken die gesperrten Straßen in der Grafik der Abendnachrichten seit Tagen fast bedrohlich vom Fernseher in die Wohnzimmer, die Stimme der Sprecherin warnt mit Nachdruck: Parken, vergessen Sie es! Nicht nur in Berlin sind die Sperrungen für Großereignisse seit dem Umzug von Regierung und Parlament ein Thema. Die New Yorker, die seit 1946 den Sitz der Vereinten Nationen beherbergen, sind zwar seit Jahrzehnten Massenveranstaltungen mit Regierungschefs aus der ganzen Welt gewöhnt - aber in den Nachrichten gilt den Unannehmlichkeiten durch diese Treffen noch immer große Aufmerksamkeit. Für Autofahrer in Manhattan herrscht rund um den Millennium-Gipfel der Ausnahmezustand. Die First Avenue vor dem Gebäude der Vereinten Nationen ist gesperrt, auch sämtliche angrenzenden Seitenstraßen zwischen 42. und 48. Straße sind dicht.

Mindestens 6000 Polizisten sind im Sondereinsatz, vor zahlreichen Hotels haben aber auch Mitarbeiter des Secret Service Position bezogen. Eine ganze Reihe von Straßen in der Umgebung sind mit meterlangen Betonbarrieren abgesperrt. Nach den Ferien eine große Nervenprobe für Anwohner und Autofahrer in Manhattan, denen seit Tagen empfohlen wird, zu Fuß zu gehen oder auf die U-Bahnen umzusteigen. Auch die "New York Times" widmete dem zu erwartenden Verkehrschaos einige Zeilen auf ihrer ersten Seite. Und für eine Nachrichtensprecherin steht zu Beginn des neuen Jahrtausends bereits fest: Der Millennium-Gipfel wird ein Millennium-Durcheinander.

Gegner des Millenniumsgipfels haben insgesamt 91 Demonstrationen angemeldet, unter anderem Exil-Iraner und Anhänger der chinesischen Kultbewegung Falun Gong.

Drei Notfallstationen und eine Ambulanz auf UN-Gelände stehen bereit, um Kranke und Verletzte in Erster Hilfe versorgen. In den Nächten werden Insektizide gesprüht, durch die Infektionen mit dem West-Nil-Virus verhindert werden sollen.

Die Gipfelteilnehmer übernachten in 36 Luxushotels und speisen in Hunderten Restaurants, die mit entsprechenden Voranmeldungen überflutet worden sind.

Rund 2500 Reporter und Kamerateams aus aller Welt wollen Bericht erstatten. Acht Kilometer Kabel wurden für die TV-Übertragung aus dem Saal der UN-Vollversammlung neu verlegt.

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