Milliarden-Projekt : SPD will Transrapid "schnellstmöglich beerdigen"

Die SPD-Fraktionsvorsitzenden aus Bund und Ländern haben sich wegen zu hoher Kosten gegen das Münchner Transrapid-Projekt ausgesprochen. Bayerns Verkehrsminister wirft die Opposition "Trickserei" vor.

Transrapid
Finanzierung unklar. Der Transrapid soll bald in Bayern Passagiere befördern. -Foto: ddp

Saarbrücken/MünchenDas Vorhaben müsse man "jetzt schnellstmöglich beerdigen", weil ansonsten "weiterhin Millionen von Steuergeldern sinnlos verplempert" würden, sagte der bayerische Fraktionschef Franz Maget am Rande einer SPD-Konferenz. Die Chancen, die Magnetschwebebahn in Bayern zu realisieren, stünden schlecht, weil die CSU-Staatsregierung "es nicht finanzieren kann".

Bayerns Verkehrsminister Erwin Huber (CSU) widersprach dieser Einschätzung. Die Verhandlungen mit dem Bund und den anderen Projekt-Partnern liefen derzeit noch, teilte er mit. "Ich bin überzeugt, dass wir im September eine unterschriftsreife Finanzierungsvereinbarung haben werden." Der SPD-Abgeordnete Johannes Kahrs, warf Huber "Trickserei" vor, um an mehr Geld vom Bund zu kommen. Bayern müsse eine "genaue Realkosten-Aufstellung" vorlegen, sagte Kahrs der "Netzeitung".

Die neue Transrapid-Strecke mit geschätzten Gesamtkosten von 1,85 Milliarden Euro soll vom Münchner Hauptbahnhof zum Flughafen führen. Der Bund und der Freistaat Bayern sind sich allerdings immer noch nicht über die Finanzierung einig. Bayern erwartet vom Bund die Übernahme der Hälfte der Kosten. Zugesagt sind bislang aber nur 550 Millionen. Über die Finanzlücke wollen Huber und Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) in diesem Monat bei einem Treffen beraten. (mit dpa)

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